Dakhla

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Reisebericht

Die Reise dauerte von Mitte Dezember 2004 bis Ende Januar 2005. Die Gesamtfahrtstrecke betrug rund 11800km. Davon 3000 bis Tarifa, dann 800km bis Agadir plus 1200km nach Dakhla. Also ca. 5000km Berlin – Dakhla! Der T4, 75KW TDI hat klasse durchgehalten, ich empfehle aber dringend wegen der in der Sahara auftretenden Sandstürme einen Ersatzlüftfilter mitzunehmen. Den habe ich auch nach 2x ausklopfen benötigt. Die überzähligen 1800km waren Sightseeing zu Städten wie El Jadidda, Casablanca, Tarhazoute, Agadir, Essouira, Moulay, Marakesch, Meknes und ein bisschen durch Tanger. Ich empfehle auf jeden Fall auf der Hin- oder Rücktour den Weg über Marakesch mit seinem sehr schönen und interessanten Markt zu machen. Auf dem Hinweg sind wir die mautpflichtige Strecke über Lyon, Dyon, Barcelona gefahren (wir wollten ja ankommen), auf dem Rückweg sollte die billigere Strecke über Madrid, Paris angesagt sein. Leider war ende Januar Nordspanien zugeschneit, so das wir das abhaken mussten. Bis Tarifa hatten wir also ca. 450.- Sprit und Maut gebraucht. Die Fähre Tarifa – Tanger (am ersten Tag wegen 9 BFT nicht nutzbar) kostet 300.- hin und zurück. Das wäre (hinterher ist man schlauer) bei „CARLOS“ in Algeciras am Hafen auch für 240.- gegangen. Von Tanger bis Boujodur kostet der Diesel in Marokko -.60 , tiefer im Süden dann -,30.

Ich würde allerdings nie wieder über Spanien nach Marokko fahren. Der Grund ist, das ab Sete (bei Marseille) eine Fähre direkt nach Tanger fährt. Das kostet ca. 600.- hin und zurück. Rechnet man nach, stellt man fest, das man gegenüber der Fahrt durch Spanien plus der Fähre dort 200.- spart! Dafür ist man 36 Std. auf dem Wasser unterwegs, ca. 6 Std. länger, als würde man selbst fahren (inkl. Schlafen zwischendurch). Ausserdem ist man so in Tanger ausgeruht, da man auf der Frankreichfähre im Wohnmobil bleiben (und schlafen) kann. Es soll noch eine Fähre von Genua geben, die soll noch billiger sein, ausserdem spart man die verdammt teure französische Maut.

Geld tauschen? Nicht auf dem Schiff (1 zu 8), Ausfuhr (auf dem Rückweg) ist sowieso verboten! Am besten man nimmt Bargeld mit, und tauscht es in MA in jeder beliebigen Bank in Dirham um (ca. 1 zu 11). Möchte man kein Bargeld mit sich rumschleppen, kann man auch in jeder Stadt mit der Mastercard (ich denke, jede EC-Karte hat das Zeichen drauf) am Automaten Geld ziehen. Man braucht ca. 200.- € für Diesel durch MA und zurück = 4000km. Wir haben in vier Wochen mit zwei Leuten 200.- € gebraucht, um uns zu verpflegen – Brot -,20, Frischwasser für den Tank 1000l für 1,80 € usw. Packt also bei vier Wochen 1000.- € für Marokko ein, und ihr kommt ganz sicher aus (und ihr könnt noch auf dem Markt in Marakesch Klamotten kaufen…was sich lohnt).

Ist man in Tanger „von Board“ gegangen kann man sich gleich daran gewöhnen, das es keine Verkehrsvorschriften zu geben scheint. Ok, es gibt welche, aber das sind wohl nur unverbindliche Vorschläge ;-). Man sollte da nicht so zimperlich sein, wenn man doof genug war, mit seinem Neuwagen da runter zu fahren, das geht nur auf Herz… Grundregel: Das Auto was zu mindestens 1/3 vor dem anderen ist, hat Vorfahrt. Wenn man den Kopf ein bisschen nach links und rechts dreht und sieht nix, hat man freie Fahrt. Man muss das so machen, sonst kommt man nie voran. Hupen ist nicht unfreundlich, sondern wird als Gruss verstanden der bedeutet „Jetzt fahre ich“ Das ist nicht ironisch gemeint, das funktioniert so!!! Ich musste das auch erst lernen. Sollte man mal angehalten werden (die Amis haben den Marokkanern 400 Laserpistolen geschenkt), oder aus Versehen durch eine Polizeikontrolle gerauscht sein… na ja, alles Verhandlungssache. übrigens Polizeikontrollen gibt es einige, aber die wollen nix böses, Passport, grüne Versicherungskarte und die Auskunft man sei Deutsch zieht noch die Frage „La Profession?“ nach sich: also „was arbeitest du?“ Dann heisst es „Bon Route“ und man kann weiterfahren.

Da fällt mir noch was zu den Grenzübergängen ein. Bei der Einreise nach MA leistet man sich einen „zivilen Führer“ für 2,- €. Der schleppt einen dann durch das Gewühl, und man hat sich einiges an Wartezeit erspart. Bei der Rückreise kann man sich das sparen, man weiss jetzt wie es läuft. Kontrolliert vorher noch mal euer Auto, ob euch jemand Hasch drangebastelt hat, soll schon vorgekommen sein, und die Spanier schicken in jedes Auto den Drogenhund.

Auch der längste Weg geht zu Ende, und so kommen wir in Dakhla Attitude an. Bei Flut ist man so nah am Wasser, bei Ebbe muss man 150m laufen. Das Wasser ist bei Flut ca. 200m Stehtief, bei Ebbe kann man nahezu zu Rachid rüberlaufen. Es sind eigentlich auf unsere Seite nie mehr als 15 Kiter und 7 Surfer gewesen, und bei Rachid war auch nie mehr los. Warum habe ich NICHT bei Rachid gestanden? Zum einen ist der Preis von 6.- € pro Person für marokkanische Verhältnisse unverschämt. Um das einschätzen zu können: 1,- € wäre angemessen gewesen. Ich will nicht diskutieren über die ethisch moralischen Verpflichtungen, ich vergleiche nur zu anderen marokkanischen Angeboten, damit ihr euch ein Bild machen könnt. Aber das ist (wer deutsche Campingplatzpreise gewöhnt ist) sowieso marginal.

Auf der anderen (also „unseren“) Seite der Bucht kann man aber klasse „wild“ auf einem bewachten Parkplatz stehen. Die Gemeinde hat einem Marokkaner dort ein Häuschen gebaut, und der läuft nachts mit einer Taschenlampe rum. Die Leute haben sogar ihren Stuff nachts draussen liegen lassen. Den guten „Hamidu“ lädt man dann mal auf nen Bier ein, worauf er dir dann versichert, er passt auf dein Auto ganz besonders auf („le guardie… oui oui“). Ich habe mich tatsächlich sicherer als in D oder ESP gefühlt! Alkohol!? Zum Bier einladen!?!?!? Auskunft Marokkaner: „Sprich nicht über Islam! Dies ist Marokko, jeder muss am Ende mit Allah sein Ding ausmachen, jeder kann tun was er für richtig hält, solange er seine Mitmenschen nicht einschränkt…“. überhaupt, ein sehr freundliches, sicheres und tolerantes Land. Um so südlicher man kommt, um so entspannter sind die Leute. Ach so… es ist ganz sicher nützlich, wenn man Französisch spricht, mit Englisch kommt man in MA genau von 12 bis Mittag, aber mit Händen und Füssen geht das auch ohne Französisch 😉

Autor

Kitesven

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