Windsurfen und Kitesurfen auf Lanzarote

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Wellenreiter

Revier: Flachwasser, Welle, Bigwave

Windrichtung: beste je nach Spot, fahrbar alle

Da bekanntermassen der Hauptwind der Kanaren (zumindest im Sommer) der Nordost-Passat ist, sind die besten Strände für sideshore Wind die nördlich von Arrieta und Arrecife. Schlauerweise hat die Natur der 60 km langen und 30 km breiten Insel ein Rückgrat aus Vulkanbergen geschaffen, so dass der Wind nochmals thermisch verstärkt wird. Es hat zwar meist mindestens eine Windstärke weniger Wind als auf Fuerte oder Gran Canaria…aber wer braucht im Sommer schon 7 – 10 Beaufort!

Die gesamte Nordwestküste ist aufgrund der extrem gefährlichen Strömungen nur sehr, sehr guten Surfern zu empfehlen – einzig die grosse Bucht von Famara östlich von La Caleta ist bei Nordwestwind noch zu empfehlen, bei Nordost gehört sie wegen der Abdeckung durch die riesige steile Felsküste an der Luvseite dann doch eher den Wellenreitern… und davon hat Famara genügend!

Spotbedingungen

Costa Teguise

Der einzige Surfspot der Insel, an dem man auch Material leihen kann – unlogischerweise drängeln sich hier in einer kleinen Bucht, die auch noch eine total bescheuerte Windabdeckung durch riesige Hotels hat, an die acht Surfstationen. Der Strand heisst Playa de las Cucharas und ist am besten zu finden, indem man den Schildern zum Hotel Gran Mélia Salinas hinterherfährt, das (schlecht für den Wind…) gleich nordöstlich daneben liegt. Am sinnvollsten fand ich die deutsche Station von Carsten gleich neben der Rotkreuz-Station, die mit JP- und F2-Material und Neil Pryde-Riggs ausgestattet ist. Von dort kommt man ohne viel Schlepperei ans Wasser und ist (bei Nordost-Passat) auch noch am ehesten in Luv der Bucht.

Dann gibt es auch noch eine sehr nette Station ein Stückchen die Strasse hoch, wird von einem sehr charmanten und gut deutsch sprechenden Franzosen geführt und hat Fanatic Boards und Neil Pryde Segel im Programm. Links daneben ist noch eine spanische Schule und wenn man wieder zum Strand runter auf die Leeseite geht, findet man noch die französische UCPA und die spanische Kult-Station El Nino – die Preise sind alle in etwa vergleichbar, man sollte die Wahl der Schule von der eigenen Materialpräferenz abhängig machen und wenn man einen Kurs buchen will, vielleicht auch noch von den Sprachkompetenzen der Lehrer… ;-))

Aber der Grund, warum sich hier trotz der immensen Windabdeckung beim Rausfahren alle drängeln, ist das vorgelagerte und – wie ich finde – sehr einsteigerfreundliche Riff. Sobald man erstmal durch die hafenartig eingefasste Bucht geeiert ist, drückt der Wind sehr konstant ins Segel und nach zwei bis drei Schlägen kann man direkt in die Wellen des Riffes , das auf der Höhe des Hotel Gran Mélia Salinas liegt, hineinfahren. Auch bei Ebbe bleibt immer noch genug Wasser unter der Finne, nur näher am Strand muss man beim Halsen langsam wieder auf Felsen achten. Man springt dort bei regulärem Nordost-Passat rauswärts mit Wind von links, die meisten reiten die Wellen zurück wieder backside ab.

Noch eine Möglichkeit, zu diesem Riff zu kommen ist die Playa Los Charcos nordöstlich anschliessend an das Hotel GMS, die allerdings – laut der Locals – nur bei Flut den Weg auf’s Wasser freigibt. Als ich im September dort war, hatten wir ca. 1,5 m Welle am Riff, die aber im Winter auch locker bis zu 3-4 m hoch werden soll. Was mir dort besonders gefiel, war, dass die Welle dort nie hohl gebrochen ist und man sogar Waschgänge immer ziemlich locker überstanden hat. Auch die Farbe des Wassers dort draussen ist ein Traum… babypastelltürkisblau!!!!

Südlich von Arrecife liegt noch die Playa Honda, sowie das ziemlich fiese Touristenzentrum Puerto del Carmen, die Strände dort sind sehr breit und ungefährlich und haben bei Nordost- und Südwestwind sehr gute sideshore Slalombedingungen. Es gibt allerdings keine Schulen oder Ausleihmöglichkeiten.

Famara

Wie oben schon beschrieben, ist Famara kein ganz einfacher Spot, pro Jahr ertrinken aufgrund der Unterwasserströmungen bis zu zehn Menschen!!! Sinn macht es dort nur bei Nordwestwind, der dann allerdings auch genialen Swell mitbringen kann. Fred Niedner von der Stehsegelrevue hat mir erzählt, dass er dort einmal im Winter mit Alex Humpel geradezu epische Bedingungen vorgefunden hat. Er empfiehlt, noch vor dem Ort Caleta die Strandstrasse nach ganz rechts durchzufahren, oben um die Feriensiedlung drum herum und dann unterhalb der Steilküste bis ganz ans rechte Ende des Strandes – da hätte man den besten Einstieg und könnte die Wellen ewig lang abreiten. Zu erwähnen wäre auch noch der Club La Santa, etwa 10 Kinometer weiter westlich an der Küste (zu erreichen über die Nebenstrasse von Caleta über Sòo und Tinajo), in dem unter anderem die ganz krassen Sportler für den Iron Man trainieren. Dort kann man angeblich auch Material ausleihen – allerdings nur, wenn man Bewohner des Clubs ist.

Jameos del Agua

Jameos ist eigentlich fest in der Hand der Locals und das hat auch einen guten Grund: erstens ist der Zugang zum Wasser nur zu finden, wenn schon Autos dastehen und zweitens sollte man ganz genau wissen, wo und wann man rausgeht oder wo man die Halsen setzt, sonst landet man unweigerlich in den Felsen! Sandstrand – niente! Nicht mal ein Meter! Auf dem dort vorgelagerten Riff gibt es eigentlich schon bei 5 Beaufort eine schöne 1,5 – 2 Meter-Welle mit meist Wind von links, im Winter soll es locker bis 5 m hoch werden. Um zum Spot zu kommen, fährt man nach Arrieta (am dortigen Strand kann man auch auf’s Wasser, hat aber kein Riff und eher Slalombedingungen) und dann nordwestlich Richtung Orzola – Jameos del Agua. Dort links um das Gebäude mit der Grotte von Jameos (von César Manrique gestaltete Sehenswürdigkeit….ruhig mal anschauen!!!) herumfahren bis auf den hausinternen Parkplatz und dort geht ein ganz schmaler felsiger Sandweg zum Wasser runter. Sollten unten noch keine Surfer direkt am Channel stehen, ist er dadurch zu erkennen, dass auf ca 4-5 m Breite der dunkle rauhe Lavafelsen etwas heller und glatter wird – da muss man sich halt dann durch die glatteren Felsen im Wasser ins Tiefe durchmogeln!! Alles frei nach dem Motto: „Nur die Harten kommen in’n Garten!!“ 😉 Halsen kann man dann auch ganz gut genau vor dieser Stelle, da dort das Wasser durch eine Art natürliche Mole etwas ruhiger ist. Tja, dann also viel Spass!

Autor

Martina Kraus aka die ‚Windfee‘ (www.martinas-world.com)

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