Saint Tropez (5 Spots)

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Wellenreiter

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste je nach Spot, fahrbar alle

Wegbeschreibung

Der Golf von Saint Tropez (in der Region Var) liegt etwa zwischen Marseille und Monaco am Mittelmeer. Von Deutschland aus sehr gut über die Schweiz oder Italien, vorbei an Mailand, nach Genua und dann an der Küste entlang zu erreichen.

Autobahn

Die Autobahn von Frankreich ist gut zu fahren und im Gegensatz zu den Landstrassen ein wirklich schnelles Verkehrsmittel. Wobei sich aber die Landstrassen auch durch deren Gemütlichkeit und Ausblick immer wieder, wenn Zeit vorhanden ist sehr lohnen. Maut bezahlt man in Frankreich immer wieder streckenweise (wie in Italien) und kann mit Basketballkörben seinen Münzwurf trainieren. Die Mautkosten von Ventimiglia bis nach St. Tropez liegen bei ungefähr 15 Euro.

Entfernung

Von München genau 950km und man erreicht das Ziel so nach ungefähr 10 Std. (normale Fahrweise mit kleinen Pausen)

Ausfahrt

Entweder kann man bei Frejus abfahren und hat den Vorteil, dass man sich sofort an der Küste befindet und dann die Küstenstrasse mit Meerblick bis St Tropez fahren kann. Hat nur dann den Nachteil, wenn viel Verkehr ist und man sich mehr im Stau als im Fahren befindet. Also in den frühen Abend- oder Morgenstunden sehr zu empfehlen. Sonst kann man wie beschildert über Le Muy (von Marseille kommend Le Luc) abfahren und über die Landstrasse in ca. 30 min. St. Tropez erreichen.

Spotbedingungen

Die Bucht von Saint Tropez ist ein Ort mit sehr vielen Facetten. Man findet dort die Schickeria und Promis, wie sie in Ihrem Luxus baden, aber auch Urlauber, die einfach nur entspannen und Sport machen wollen.

Die Windbedingungen um St. Tropez sind nicht ganz so sicher wie in Hyeres (45km Entfernung) werden aber nicht nur von dem Mistral, sondern auch von regionalen Winden heimgesucht. Wenn über dem Norden Frankreichs oder Deutschland Regen und Kälte einfällt (Tiefdruck), dann entsteht im Rhone Tal ein starker Wind, der Mistral, welcher an der Küstenregion mit oftmals 6 – 8 Beaufort aus West bis Nordwest bläst und sich über den Tag hin aufbaut.

Bei Mistral sollte man, unabhängig vom Spot, die Einheimischen beobachten, da schon des Öfteren Surfer den Wind von Land aus unterschätzt hatten. Durch seinen in der Bucht und an den umliegenden Spots ablandigen Charakter ist er, wenn er stark wird, nicht ganz ungefährlich. Wenn aber ein echter Mistral sich aufbaut oder zu erwarten ist, kann sich die Fahrt nach Hyeres durchaus lohnen.

St. Maxime (Foto 1)

Im Gegensatz zu Hyeres wo er auflandig kommt und auch einige Wellen mit sich bringt, kann man in der Bucht von St. Tropez dann wirklich auf einer glatten Speedpiste bei gutem Wind hin und her ballern. Es eignet sich als Spot ein Parkplatz bei St. Maxime direkt am Meer, wenn man St. Maxime in Richtung St. Tropez verlässt an einem Kreisel auf der linken Seite.

Dort kann man die Bedingungen recht gut einschätzen und ist durch die Bucht noch ein wenig geschützt. Bei Ost-Wind, der auch sehr oft mit ca. 4 Bft. bläst, kann man in der Bucht sehr gut bei einem normalen Wellengang surfen. Besonders schön ist die Szene vor St. Tropez mit den Orten im Hintergrund und dem Gefühl in einer Bucht zu sein. Im Sommer bei schönem Wetter ist das Wasser durch den Lichteinfall enorm Türkis und Blau, was einem das Gefühl gibt, irgend wo in der Ferne zu sein.

St. Tropez (Foto 2)

Das gleiche gilt für einen Spot fast gegenüber, in gleiche Richtung weiterfahrend kurz vor St. Tropez, wenn die Häuser links am Ufer beginnen. Dort befindet sich eine kleine Surfschule (sehr unscheinbar) mit einer kleinen Rasenfläche wo man gut aufbauen kann.

Pampelonne (Foto 3,4,6)

Pampelonne ist nicht nur ein Strand, wo man manchmal sehr gut surfen kann, sondern bei schönem Badewetter und weniger Wind auch gute Möglichkeiten zur Entspannung findet. Lange Spaziergänge wie auch ein Ausflug zu dem Cap Camarat (Leuchtturm am südlichsten Punkt des Pamplonne Strandes) sind sehr zu empfehlen. In der Hauptsaison ein sehr belebter Strand, wo man durchaus mal mit Bruce Willis ein Cocktail schlürfen kann. Naja wer’s mag, kann dann sein Surfmobil zwischen Ferraris parken ordentlich Geld zahlen und ein wenig auf Nobel machen.

In der Nebensaison geben sich eher die Einheimischen oder wenn Wind ist ein paar Surfer die Hand. Bei Mistral wesentlich riskanter als die anderen Spots, da der Wind meist ablandig kommt. Durch die vorgelagerten Hügel nimmt er nach 50 Meter nochmals deutlich zu.

Bei dem aber meist vorherrschenden Ost-Wind kann der Strand schon mal zum toben anfangen und spült dann alle Promis weg und einige Surfer an. Besonders gut geeignet, ist dann der eher unter den Einheimischen bekannte Spot Cap Tahiti (direkt auf dem Parkplatz der Windsurf Bar Tropezina). Der Spot befindet sich am Nördlichsten Punkt des Pampelonne Strandes und somit drückt es in diese Ecke dann ordentliche Wellen, die schon mal die 3 – 4 Meter erreichen. Auch oft bei gutem Wellengang (ohne Wind) als Wellenreitspot genutzt.

Escalet (Foto 5)

Dieser Strand ist in der Hauptsaison sehr beliebt. Die Landschaft besteht aus einer Felsküste, welche aber durch den runden Stein sehr gut begehbar ist. Mann kann somit nach einer kurzen Spazier-/Klettertour zu sehr abgelegenen Badeplätzen gelangen (zumindest in der Nebensaison). Ganz am Ende bevor diese kleine Halbinsel ins Meer geht, kann bei Wellengang auch mal das Board zum Wellenreiten ausgepackt werden. Eine sehr schöne Szenerie und ein absolut versteckter Local-Spot.

Cavalaire

Der Strand von Cavalaire (grösserer Ort südlich von St. Tropez) ist sehr breit und extrem lang. Von den Verhältnissen ähnlich wie der Pampelonne aber eher normales Publikum mit hier und da mal einem Camper (Stellplatz direkt am Strand).

Allgemeines

Generell ist die Gegend eine sehr schöne Landschaft und hat sehr viel zu bieten, auch über das Surfen hinaus. Wenn Wind kommt, sollte man in Abhängigkeit der Richtung und Stärke entscheiden wo man aufs Wasser geht. Durch die kurze Entfernung ist auch eine Fahrt an die Spots kein Problem.

Mountainbiken

Die Bucht bietet nicht nur Platz für sämtliche Wassersportler, sondern auch Mountainbiken und Rennradfahren hat dort eine starke Tradition. Wer sein Mountainbike platztechnisch neben dem Surfzeug noch unterbringt, sollte dies auf jeden Fall tun. An der Küste entlang befinden sich kleinere Berge mit dem an der Cote d’Azur bekannten roten Sandstein. Vom Massif d’Esterel (bei Nizza) bis zum Massif des Maures (Richtung Toulon) findet man in den bewaldeten Bergen an der Küste immer wieder tolle Routen mit vielen Trials und einer regelmässigen Belohnung der Augen mit Meerblick. Die Trials entstehen durch die Fireroads, welche im Notfall bei Waldbränden den Fahrzeugen dazu dienen schnellstmöglich zum Brandherd zu gelangen. Mountainbikeguides gibt es nur wenige vor Ort, aber man kann durchaus einfach mit einer Wanderkarte sich seine eigenen Wege bahnen, welche schon oft von den Strassen gut und viel versprechend mit der Rotbraunen Farbe strahlen.

Campingplätze gibt es sehr viele in der Bucht, wie aber auch in der gesamten Region um St. Tropez. Dienstag und Samstag findet in St. Tropez ein sehr schöner Markt statt, wo man allerlei marktübliche Sachen kaufen kann. Wer mal besser essen gehen möchte, kann in dem malerischen Ort Gassin, auf dem Hügel über St. Tropez in einigen Restaurants gut speisen. Preise sind natürlich wie in der ganzen Region gehoben. Als Camper oder in einer Ferienwohnung lässt es sich aber durchaus bezahlbar leben. Einkaufsmöglichkeit ist der grosse Supermarkt Casino (zwischen St. Maxime und St. Tropez).

Wer gerne Museen besucht findet in St. Tropez das Museum l’Annociade mit ständige Impressionisten und zusätzlich wechselnde Ausstellungen. In Juan les Pins das Picasso Museum, wie in Nizza das bekannte Mamac Museum wie in St. Paul de Vence das Fondation Maeght.

Des Weiteren ist der Grand Canyon du Verdun ein tolles Ausflugsziel für Tage ohne Wind. Wenn man nach einer Fahrt nach Hyeres mal keinen Wind erwischen sollte, kann man einen traumhaften Ausflug auf die Insel Porquerolle, mit ihren karibischen Eindrücken machen.

Autor

Christian Schüller

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