Niedermooser See

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer

Revier: Flachwasser, Kabbelwasser, Stehbereich

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar O-W

Wenn die Dauercamper auf dem Campingplatz am Niedermooser See schon am frühen Morgen durch Motorengeräusche, Reifenquietschen, Türenschlagen und lautes Rufen geweckt werden, dann wissen sie ,dass ein Tiefdruckgebiet aus Süd-West heranzieht und mit viel Surferaction auf dem See zu rechnen ist. Wenn sie dann herausschauen können sie zusehen, wie hessische Surfverrückte aus Fulda, Giessen, Bad Hersfeld und Frankfurt hektisch dabei sind, ihr Material aufzubauen, um ja keine Boe eines Big-Days zu verpassen.

Vielen Insidern in Hessen ist der Niedermooser See als Geheimtipp bekannt. Durch seine sehr schöne Lage im Naturpark Hohen Vogelsberg, in einer Höhe von ca. 500m und einer unverbauten und unbewaldeten Süd- und Ostseite, bietet er dem Wind aus diesen Richtungen praktisch keinen Widerstand. Ca. 30 km von Fulda entfernt, befindet sich der See nahe der Gemeinde Freiensteinau, OT Niedermoos, am Fusse des Hoherodskopf, dem zweithöchsten Berg Hessens. Der See erstreckt sich von West nach Ost in einer Länge von ca. 1,5 km und in der Nord- Süd Ausdehnung etwa auf 500m. Durch seine Höhenlage im Vulkangebirge des Vogelsberges gilt er als sehr windsicher. Die bergige Lage sorgt im Sommer bei dauerhafter Hochdruckwetterlage auch immer für eine kleine thermische Brise.

Wegbeschreibung

Aus Richtung Giessen: A45 bis Wölfersheim, Landstrasse Richtung Schotten, weiter nach Grebenhain und am Ortsausgang rechts Richtung Freiensteinau-Niedermoos, nach ca. 3km rechts ab zum Campingplatz.

Aus Fulda: von Fulda über Giesel nach Hosenfeld und weiter Richtung Gunzenau nach Niedermoos. Der See und Campingplatz befindet sich etwa 1km hinter dem Ortsausgang auf der linken Seite.

Aus Frankfurt/Main: A66 bis Steinau,anschliessend Landstrasse Richtung Freiensteinau und Grebenhain, nach Ortsausgang Freiensteinau-Niedermoos etwa nach 1km links.

Spotbedingungen

Generell kann man sagen, dass man bei allen Windrichtungen von West über Süd bis Ost gute Surfbedingungen hat. Besonders zu empfehlen sind allerdings die Frühjahrs- und Herbststürme, die meist aus südwestlicher Richtung kommend, oft mehr als sechs Windstärken mitbringen. Diese hat man auch öfter im Sommer. An diesen Tagen ist häufig ein 5er zu gross, und es herrschen beste Bedingungen für Trickser und Heizer. Ein 7,5er und ein 6er gehören aber zum Pflichtprogramm eines 75 Kilo Mannes. Einige Exoten sind aber auch mit 9 bis 11qm anzutreffen. Man sollte auch nicht verschweigen, dass man bei reinem Nordwind besser an Land bleibt, weil der Wind durch den Campingplatz gebremst wird und das Zurückkreuzen meist mit einer Schwimmeinlage auf den letzten Metern endet.

Der See gehört zum Campingplatz der Famile Heitzenroeder, der sich auf der Nordseite des Sees befindet, und ist von dort für Surfer, Segler und Badegäste zugänglich. Der Eintritt am Campingplatz kostet in der Saison für Surfer mit eigenem Material 5 €. Das Südufer ist den Anglern vorbehalten und es sollte ca. 30 m Abstand gehalten werden.

Aufriggen und Starten kann man von der Surferwiese aus direkt am See, auf dem Areal des Campingplatzes. Eine weitere Möglichkeit bietet die Surfstation, die sich direkt an die Surferwiese anschliesst. In Ufernähe ist das Wasser stehtief, so dass auch Anfänger und Kinder hier durchaus klarkommen und ein Beachstart jederzeit möglich ist. In der Seemitte ist der See ca. 2 bis 2,50 m tief. Da es sich um einen Stausee handelt, der aus mehreren Bächen aus den umliegenden Wäldern gespeist wird, ist der Untergrund schlammig, und es empfiehlt sich Surfschuhe zu tragen. Im Sommer hat man wie bei den meisten Binnenseen etwas mit Algen zu tun, was aber für Surfer im Grossen und Ganzen kein Problem darstellen sollte.

Die Betreiber der Surfstation stellen etwa von März bis Oktober stündlich die aktuellen Windstärken mit Bild vom See ins Internet, gemessen mit der eigenen Wetterstation. Die Windvorhersage von einschlägigen Onlinediensten, wie z.B. www.wetteronline.de, nutzt man am besten mit den Werten für Freiensteinau (PLZ 36399 eingeben) oder Fulda. Der vorhergesagte Wind trifft für Niedermoos meist zu und ist in der Regel sogar etwas stärker. Mit vorhergesagten 3-4 Windstärken kann man mit einem 7er Segel in der Regel schon gut fahren. Die gute Windstatistik wird unterstrichen durch diverse Windkraftwerke, die nur wenige Kilometer vom See entfernt errichtet wurden. Die Betreiber dieser Windparks haben hier ähnlich gute Messwerte veröffentlicht, wie an der Küste. Für 2005 ist eine Speedseemeisterschaft auf dem See mit GPS-Messungen geplant.

Nach einem langen Surftag kann man die sauberen sanitären Anlagen und Duschen des Campingplatzes kostenlos nutzen, diese sind etwa 100 m vom Ufer entfernt. Auch für das leibliche Wohl ist durchaus gesorgt. Gegenüber der Anmeldung des Campingplatzes befindet sich das Restaurant Seeblick in der man gepflegt und preiswert speisen kann, aber auch durchaus Spaghetti oder Pommes zum Mitnehmen bekommt.

Auch für Urlauber mit Kindern und Nichtsurfer bieten sich eine Menge Aktivitäten. Am See selbst gibt es ein abgegrenztes Schwimmbad. Dort kann man auch Tret- und Ruderboote mieten. Einige Pensionen und Gaststätten in der Gemeinde Niedermoos bieten Reiterferien für Familien an. Natürlich besteht die Möglichkeit für Camper, auf dem Campingplatz zu übernachten. Viele Wanderwege und gut ausgebaute Fahrradwege rund um den Hoherodskopf laden zu Wanderungen und Fahrrad- und Mountainbike-Touren ein. In der näheren Umgebung befindet sich auch ein Wellenbad, eine Eisbahn und mehrere Saunen. Für die Kleinen sind Tagesausflüge zu Freizeitparks möglich und auch die Kultur kommt nicht zu kurz, denn Niedermoos ist auch für seine Orgelkonzerte über die Landesgrenzen hinaus bekannt.

Zusammengefasst kann man sagen, dass sich ein Surftag oder Sommerurlaub am Niedermooser See auf jeden Fall lohnt. Die hohe Windsicherheit macht den See zu einem sehr guten Surfrevier und auch für Nichtsurfer gibt es viele Möglichkeiten.

Autor

Torsten Rohde

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1 Kommentar

  1. Gibt es noch einen Surfkurs für Kinder (12 und 9) in diesen Sommerferien?

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