Dahab Swiss Inn

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Stehbereich, Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Es ist das 2. mal, dass ich in Dahab gewesen bin, und es war bestimmt nicht, soviel ist sicher, das letzte Mal! Dahab ist kein heavy Spot, vielmehr ist es ein ideales Revier für Easy Surfing. Sonne, warmes Wasser und relaxter Wind. Hotels, die für jeden Anspruch das Richtige bieten, genauso wie für jeden Geldbeutel.

Letztes Jahr habe ich im Ganet Sinai gewohnt, die dieses Jahr einen neuen Komplex angefügt haben. Diesmal etwas luxuriöser, im Swiss Inn Golden Beach. Meine persönliche Empfehlung ist das Swiss Inn. Aber auch das Ganet Sinai ist, wenn man eine Woche nach Dahab kommt, durchaus empfehlenswert. Abstriche im Ganet Sinai muss man im direkten Vergleich an der Küche und dem Komfort der Zimmer machen. Mit Kindern und/oder einem Lebenspartner, der nicht surft, sollte man allerdings den Mehrpreis für das Swiss Inn nicht scheuen. Denn Kinderbetreuung, schöner Pool und abwechslungsreiche Küche sorgen für den Familienfrieden.

Dahab liegt an der Ostküste des Sinais, ca. 70 Autominuten von Sharm el Sheik nach Norden entfernt. Das ist fast die Hälfte zur Grenze zu Israel. Bisher war Dahab weitestgehend von russischen Touristen verschont geblieben, dies ist aber nun scheinbar vorbei! Nichts gegen Russen, leider benehmen sich etliche wie neureiche Schnösel, die Frauen machen Oben Ohne, was in einem Islamischen Land nicht gerade ein Zeichen von Höflichkeit ist. Aber noch hat Dahab einen ausgewogenen Mix der Nationalitäten und Gäste (Taucher, Surfer, Badegäste). Dieser Mix verhindert auch das typische „Surf-Town“ Feeling. Das Leben in Dahab dreht sich um viele Dinge, nicht nur um Windsurfen.

Spotbedingungen

Dahab als Surfrevier besteht aus einer grossen Bucht, in die der Wind schräg offshore einfällt. Gedankenlose Hoteliers haben, um jeden Meter Strand zu nutzen, ihre Hotels (maximal zweistöckig) genau in den Wind gebaut. Daher ist der Wind in direkter Strandnähe zumeist böig. Dies hat starke Ähnlichkeit mit Carbarete. Nach 200 Metern wird der Wind aber konstant. Der Wind bläst recht zuverlässig, sicher zumeist in der Zeit von 10:00 bis 13:00, im Sommer oft aber auch den gesamten Nachmittag.

Lagoon

Dies ist der Ideale Übungsbereich für alle Surfer der Könnenstufen 1 – 4. Nach dem böigen Bereich ist das Wasser relativ glatt, nur eine kleine Windwelle (5 – 10 cm) kräuselt die Oberfläche. Selbst wenn man die Höhe nicht sicher halten kann, treibt einen der Wind immer noch sicher an die Spritze der Sandbank. Der hintere Bereich hat ca. 30 Meter Stehtiefe, ideal zum Erlernen und üben des Beach – und Wasserstarts. Hier gibt es nach Jahreszeit auch schon mal Quallen, die aber nicht brennen.

Blue Lagoon

Dieser Spot ist im Lee der Sandbank gelegen und von den Stationen von Happy und Planet Windsurf (sun&fun) in einem Schlag hin und zurück zu erreichen. Hier kommt nach Lee wie in allen unten genannten Spots nichts mehr! Deshalb haben die Surfstationen, auf Initiative von Ibi, dem Besitzer der Happy und Planet Windsurf-Stationen, aus Sicherheitsgründen hier eine Rettungsinsel installiert, die man anpaddeln oder, wenn es noch geht, ansurfen kann, wenn man ein Problem hat. Nach dem Hissen der roten Flagge kommt umgehend ein Motorboot, dass einen sicher wieder an Land bringt. Eine vorbildliche Idee und Service.

Wer sich nicht in der Lage fühlt alle Eventualitäten zu meistern sollte im Luv der Insel bleiben und nicht weiter als 200 Meter (Schwimmweite) von dieser Insel in Richtung Rotes Meer surfen. Die Blue Lagoon bietet eine Spiel- und Manöverwiese vom Feinsten. Flach, keine Wellen, ist dies der Spot um Speedmanöver wie 360er, Duck-, Power- und Racejibes zu üben und dann auch regelrecht zu zelebrieren. Dass alles über tiefem, türkiesblauem Wasser von 25° C. Da kommen hawaiianische Gefühle auf!

Speedy

Sobald das Wasser in Richtung Rotes Meer tiefer, also wieder dunkelblau wird, ist man in Speedy. Nach 2 Schlägen am Wind ist man dann in einem „Null-Welle-Spot“, der Surfen fast zu Windskaten werden lässt. Nur ein Zischen unter dem Board auf einer ca. 250 Meter langen Piste. Unerfahrene Surfer haben, trotz der einfachen Bedingungen, hier nichts zu suchen, den Bruch führt schneller als es einem lieb ist, zu einem Seenotrettungsfall.

Abgeschlossen wird Speedy von einem Korallenriff, das auf keinem Fall überfahren werden sollte (Finnenbruch!!) und auch nicht darf (Naturschutz und Taucher!!!). Ausserhalb des Riffs, dass im Lee umfahren werden kann, beginnt…

Kamikaze

Kamikaze ist der „Wellenspot“, mehr oder genauer gesagt ein Dünungsspot. Die Dünung kann hier schon mal 2 – 3 Meter hoch werden. In Kamikaze kann man hervorragend springen und backside Wellen abreiten.

Da Kamikaze vom Ufer aus nicht einsehbar ist (immerhin fast 2 Kilometer draussen!), ist hier Teamgeist gefragt. Nie alleine an dem Riff vorbei hinaus fahren, immer mindestens zu dritt. So kann im Falle eines Problems einer beim Havaristen bleiben und einer Hilfe holen. Alleine wird bei Materialbruch Kamikaze zu einem langen und einsamen Trip.

Weitere Informationen

Nun, es gibt, so behaupten manche Leute immer wieder, ein Leben nach dem Surfen. Hier hat Dahab schon einiges zu bieten, wenn auch nicht ein schrilles Nachtleben, was man aber in Sharm el Sheik jederzeit haben kann. Aber die Strandbars lassen im Normalfall auch so abends keine Langeweile aufkommen, zumal man immer nette unverkrampfte Menschen dort findet.

Tauchen/Schnorcheln

Wie überall am Roten Meer findet man einen Tauchplatz neben dem anderen, alle wunderschön, die Legendären (Blue Hole & 3 Pools) aber restlos überlaufen, dass man sie meiden sollte.

Empfehlenswert als Surfer ist es sich an die Tauchstation vor dem Swiss Inn zu wenden, die immer wieder Touren mit Boot und Jeep zum Tauchen und Schnorcheln anbieten. Dies ist für Surfer vor allem dann gut, wenn man ab 10:00 absehen kann, dass es keinen Wind geben wird. Dann eben die 30 Meter gehen, und schon kann man sich die sagenhafte und wirklich umwerfende Unterwasserwelt geniessen.

Reiten

Am Strand sind immer Pferde zu mieten. Wenn der Vermieter merkt, dass man damit auch wirklich umgehen kann, bekommt man auf Nachfrage schon mal einen sehr rassigen Araber, mit dem man alleine losreiten darf.

Wasserski/Wakeboard

Zwei Boote sind in der Bucht, die bei Flaute Leute ziehen. Von Wasserski, über Mono zu Wakeboard ist alles vorhanden. Die Preise sind moderat, allerdings erlaoben sich die Bootsführer den einen oder anderen Gag (Motorausschalten und absaufen lassen (mit Vorliebe wenn Quallen im Wasser sind).

Ausflüge

Ausflugsziele gibt es viele, zum Mosesberg und Katherinenkloster, Colored Canyon, Wanderungen im Sinai, Sharm el Sheik, Quadtouren, etc. Diese Touren können auch kurzfristig gebucht werden, z.B. bei Sinai Experts direkt am Ganet Sinai.

Abends kommt man schnell und preiswert mit dem Taxi nach Asalah, dem Hafenbereich von Dahab, mit Geschäften und Promenade, an der man abwechslungsreich essen und dabei dem Treiben auf der Promenade das eine oder andere Auge zuwerfen kann.

Surf-Stationen

Happy & Planet Windsurf

Zwei Stationen, die gleichen Besitzer: Kiki und Ibi, die Stationen auch in El Naaba und Hurgarda ihr eigen nennen. Die Lage der Stationen, die nebeneinander liegen, ist sehr gut: Alle Spots sind direkt in einem Schlag zu erreichen, die Abdeckung des Winds durch die Hotels hält sich in verschmerzbaren Grenzen. Die Wahl der Stationen ist durch den Veranstalter (Happy oder Sun&fun) bedingt, wie aber auch durch die Vorlieben im Material (North Sails vs. Arrows und F2 vs. Fanatic). Happy bietet ausschliesslich einen Pool an, während Planet Windsurf ein flexibleres Mietprogramm halt, in dem man SEIN Board mieten kann, aber immer noch auf passendes Material wechseln kann. Bei Happy ist jeden Morgen erstmal der „Kampf“ um begehrte Bretter aber vor allem Segel angesagt. Die Betreuung ist bei beiden Stationen sehr gut, mir persönlich hat die Performance von Mohamed, dem Stationsleiter von Happy aber sehr gut gefallen!

FunSystem

150 Meter nach Luv der Planet Windsurf Station, befindet sich die FunSystem Station, die mit VIVA zusammen arbeitet, direkt am Swiss Inn. Das Material besteht aus Naish Boards und Neil Pryde Riggs in guten Zustand und aktueller Auswahl. Vor allem die Naish Titans sind für viele Surfer eine Ideale Wahl, und macht diese Station interessant!

Club Mistral

Woran erkennt man ein gutes Revier? Club Mistral ist vor Ort! So auch eben in Dahab. Leider ist die Lage der Station für Surfer, die vor allem im Lee der Bucht surfen wollen, nicht optimal, da der Nachhauseweg, grade bei nachlassendem Wind, eher beschwerlich ist. Die Auswahl der Riggs ist die Beste in Dahab, die Bretter sind Mistral in gutem Zustand!

Surf & Action

Nichts gegen Surf & Action, aber die Lage der Station von Harry Nass ist die unvorteilhafteste am Revier! Komplett im Luv gelegen ist der Weg zurück von den äusseren Spots wirkliche Arbeit! Mal eben das Segel wechseln überlegt man sich da 3 mal! Wirklich gut liegt die Station für Kiter oder jene, die es werden wollen! Material ist JP und Pryde, im relativ guten Zustand.

Buchungstips und -erfahrungen

Ein nicht unkritisches Thema. Angeboten wird Dahab von den Surf-Veranstaltern Happy, Sun & Fun, Surf & Action, Club Mistral und Viva. Ein Preisvergleich lohnt hier allemal, zumal einige auch in schlecht besuchten Zeiten nicht grade mit Flexibilität glänzen. Preisunterschiede von 30 % konnten wir vor Ort bei den Gästen dieser Veranstalter ausmachen, zu erkennen war dies vor allem an den Besucherzahlen der Stationen.

Ein Hotelmanager gab uns zum Thema Reisen folgenden Tipp, den ich hier in dieser Form weitergeben möchte: Das Hotel Swiss Inn wird auch angeboten über www.ltur.de und www.bucherreisen.de. Beide sind Last Minute Anbieter von LTU und Thomas Cook. Dort sind 2 Wochen für 2 Personen für unter € 1000,- zu bekommen. Die Miete eines Bretts vor Ort ist relativ einfach, und nur geringfügig teurer als eine Buchung über einen Surfreiseveranstalter. Auch zu empfehlen ist es, direkt mit den Hotels über Mail Kontakt aufzunehmen und die Zimmer und Transfer dort zu buchen und das Ticket vom Last Minute Markt nach Sharm el Sheik zu suchen!

Surf & Action ist am flexibelsten, was den Preis angeht, mit Happy kann man so gut wie keine Nachlässe, auch bei leeren Hotels, aushandeln. Sun & Fun ist da flexibler, eine intensive Nachfrage lohnt sich. Die Hoteliers, mit denen ich sprach, waren von dieser Praxis nicht begeistert, verwiesen aber auf die oben genannten Alternativen.

Empfehlung: Macht es, wie der Hotelier es empfiehlt! Die Stationsbesitzer weisen Euch bestimmt nicht zurück, wenn Ihr nicht mit den Surfveranstaltern kommt! Als Hotel empfehle ich das Swiss Inn, als Station die Happy Station von Ibi & Kiki.

Persönliche Erfahrungen

Nun, wir hatten die Reise mit Sun & Fun gebucht. über den gesamten Urlaub haben wir niemanden von Sun & Fun gesehen. Dafür wurden wir am Airport nicht abgeholt, was nicht unkritisch ist, wenn man wie wir, mit eigenem Material fliegt. Der anwesende Vertreter von Happy weigerte sich uns zu transportieren, obwohl noch Plätze im Bus frei waren. Wir hatten Glück, dass ein Ägypter unsere Suche nach einem Lift nach Dahab mitbekam und uns einen Transfer anbot! Der Vertreter von Sun & Fun teilte uns, nachdem ich im Hotel bat, ihn zu erreichen, am Telefon mit, man habe uns vergessen….. aber er werde sich 2 Tage vor Abflug melden, und mit uns den Transfer zurück besprechen…. dies geschah dann aber erst 16 Stunden vor dem geplanten Abflug auf Nachfrage des Hotels und in Form eines Zettels an der Tür. Dafür hing an der Rezeption des Hotels ein Schild von Sun & Fun, man möge sich bitte keine Sorgen machen, wenn sich niemand von Sun & Fun melden würde, alles wäre in Ordnung! Nach unseren Erfahrungen bei der Ankunft konnten wir dies nur bedingt glauben!

Der uns zum Airport bringende Mitarbeiter des Busunternehmens war dann aber sehr hilfsbereit und hat uns mit dem Surfmaterial an einer riesigen Schlange vorbei eingecheckt, was eine erhebliche Nerveneinsparung bedeutete. Wir mussten feststellen, dass Sun & Fun, ganz im Gegensatz zu Happy, keinen, oder für uns nicht sichtbaren Service leistet, denn alle Informationen haben wir erst auf Betreiben des Hotels erhalten. Dem Personal des Swiss Inns an dieser Stelle ein grosses Kompliment für absolute Kundenfreundlichkeit!

Als Airline hatten wie Thomas Cook. Abgesehen davon, dass Thomas Cook beim Boardtransport die teuerste Charterline ist (€ 60,- / Board!) wurden sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückflug jeweils Flüge zusammen gelegt. Dies bedeutete auf den Hinflug für uns, trotz Check In am Vorabend, dass wir als Nichtraucher zu den Rauchern gesetzt wurden (kein Einzelschicksal), und eine Verspätung von einer Stunde.

Da dies beim Rückflug wieder passierte (diesmal eine Verspätung von 5 Stunden), ist zu vermuten, dass die Einsparungsmassnahmen von Thomas Cook sehr deutlich auf Kosten des Services gehen. Es gab Passagiere, die an sich einen Flug nach Hurgarda – Hannover hatten, aber letztlich Hurgarda – Sharm el Sheik – München bekamen und alle Anschlüsse verpassten. Thomas Cook ist zur Zeit maximal noch als Last Minute Angebot zu akzeptieren.

Autor

Jens v. Gersdorff

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