Dahab Le Meridien

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Stehbereich, Flachwasser

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe


Anm. der Redaktion: Anscheinend heisst das ehemalige Hotel „Helnan“ jetzt „Le Meridien“. Falls unsere Quelle falsch sein sollte, bitte kurz informieren!

Bin gerade von zwei Wochen Helnan in Dahab zurück, hier meine subjektiven Eindrücke (Ich weiss, dass das ein weisser Schimmel ist – aber um Missverständnissen vorzubeugen, nochmal: subjektiv!!!):

Buchung „all inclusive“ über 1, 2, fly (so 2550DM incl. Sylvester-Büffet, welches für 80DM extra ein schlechter Scherz war), mein Reisebüro bekommt die schriftliche Bestätigung, dass mein Surfbrett sowohl dem Carrier Hapag-Lloyd mitgeteilt ist als auch der Transport vom Flughafen zum Hotel angemeldet als auch die Mistral-Surfstation über mein Kommen mit eigenem Material informiert ist. – Vor Ort stellte sich jeweils heraus, dass nichts davon stimmte, also alles glatt gelogen…

Der Flug ab Paderborn (kostenlose Parkplätze) war trotzdem und auch mit Umsteigen in München unproblematisch, 60DM hin und zurück.
Mein Material ist – wie immer – saumässig behandelt worden, das NP 285er Doppelboardbag total eingedreckt (schwarze Fettschmiere), dazu kleiner Riss… Wirklich schlimm: Mein Brett hat jetzt reichlich Beulen und Macken, achtern sogar die Naht aufgeplatzt… Hätte man wohl doch besser vor Ort mieten sollen und mit leichtem Gepäck reisen…

Nach den Erfahrungen von Hurghada von vor einem Jahr und Alacati/Türkei aus den Herbstferien wollte ich aber erstens mein 10er und 8,5er Segel mithaben, um meine zarten 98kg in Bewegung zu bringen, und zweitens liebe ich mein Tiga Free X 281 (= BIC Techno) heiss und innig (Naja, vielleicht doch eher meine Freundin – nur damit es da keine Missverständnisse gibt ;-)). Segel und Brett waren aber insgesamt deutlich zu gross… Gelegentlich war ich heftig überpowert unterwegs…

Transport des Surfgepäcks zum Hotel wurde vor Ort glatt abgelehnt, ich habe ein Taxi nehmen müssen, 120/110 (hin/zurück) Ägyptische Pfund (je ca. 70DM?). Die Einlagerung bei Mistral kostete 165 DM für zwei Wochen.

Hotel

Das Helnan liegt südlich von Dahab und damit allein, ca 20 Min. zu Fuss von den anderen Hotels (Swiss Inn etc.) weg, vom eigentlichen Ort noch weiter, also *sehr* ruhig, dafür malerisch vor Felswüstenkulisse und mit wunderschönem Hausriff, traumhaft zum Schnorcheln, aber Einstieg nur über Landesteg wg. Korallen und Seeigeln. Es war ausgesprochen leer, so ca 50 Gäste. Insgesamt etwas verfallener Charme, angeblich seit Kurzem mit neuem Management und neuem Schwung, wovon ich nicht so viel gemerkt habe…

Das Zimmer war recht gross, mit Terasse zum Meer hin (alle Zimmer), unbequemes Mobiliar, Badewanne mit Sprung, blätternde Farbe, rostiges, viel zu heisses Wasser, Minifernseher mit schlechtem Empfang (DW-TV, Eurosport,VOX plus englischsprachige und arabische und israelische Programme).

Mit dem Essen war ich weder nach Auswahl noch Geschmack zufrieden, dazu fand ich den Service nicht nur im Restaurant zwar freundlich, aber sonst recht mittelmässig… – wenn etwa der Roomservice das Duschgel klaut… Bei „all inclusive“ habe ich in Sachen Getränkeauswahl und -qualität auch schon anderes erlebt… Zur Animation will ich mich nicht äussern, da bin ich eh nicht der Typ für…

Positiv die Kinderbetreuung einschliesslich Bambino-Abendessen. Für Eltern also eine Empfehlung.

Station

Über die Mistral-Station kann ich nur Bestes sagen: Leute sehr nett und hilfsbereit, das wirklich neueste und topp-gepflegte Mistral-, Naish- und Northmaterial (auch wenn ich auf beides nicht so stehe), alle Gabeln mit Trapeztampen, Segel überschaubar in der Menge – aber angemessen für die Zahl der Gäste, wirklich alles topp! Dazu die gepflegteste, sauberste Station, die ich je gesehen habe, z.B. alles mit Teppichen ausgelegt(!). Negatives? Leider recht schmaler, steiniger Einstieg, überreste einer Betonbefestigung: Ohne Surfschuhe kann man das vergessen…

Revier

Kennt man im Prinzip aus den einschlägigen Quellen… Das hochgelobte Revier Lagune/“Speedy“ liegt vom Helnan aus eine Reihe von Schlägen „windaufwärts“, für Cracks eine Sache von 15 Minuten. Für diese Reviere bieten sich die dortigen Hotels wohl eher an… Die Lagune selbst ist wegen Böen und Verwirbelungen nur im äusseren (kleinen!) Drittel wirklich sinnvoll befahrbar. Speedy ist aber echt geil, wenn man wirklich kurze Finne fährt, die man dann auch zum Glühen bringen kann… Hier ist der Wind auch noch etwas heftiger.

Am Helnan selbst heisst es bump & jump wie aus dem Bilderbuch, also nix für Anfänger, Wasserstart (und Höhe laufen ;-)) sollte man drauf haben… weiter draussen immer mehr Welle, wenn man aus dem Schutz der Landzunge heraus ist, wirklich hohe Dünungswelle, „darf“ man nur zu dritt hin…

Schade, dass die ganze Bucht entlang und vor der Sandbank ufernahe Riffe das Anlanden fast überall unmöglich machen, dazu muss man an den beiden Enden von Speedy auf seine Finne aufpassen. Einem Surfer ist vor 4 Tagen das Brett mit Segel übers flache Riff abgehauen und er konnte nicht hinterher, hat sich sofort das Knie aufgeschnitten, dann war das Material weg… Zum Glück versichert… Ihn hat das Boot aufgefischt, sonst hätte er so 10 km um die Bucht laufen können, im Neo mit Surfschlappen…

Das Floss zum Ausruhen gibt es nicht mehr, angeblich störte es die Fischer und die hätten es losgeschnitten und abtreiben lassen…

Wind

Die aktuellen Windwerte waren deutlich über den statistischen Durchschnittswerten: Von 13 Tagen waren 10 mit Gleitwind, davon etwa die Hälfte für Segel unter 6m², leichtere Leute sind teilweise 4,5er gefahren. Morgens geht der Nachtwind schräg ablandig mit kleiner Abdeckung am Einstieg, der Wind ist insgesamt etwas löchrig und kann recht plötzlich aufhören oder nach kurzen Flauten schlagartig auf Sideshore oder Sideonshore drehen und um zwei Windstärken zunehmen, dann also der übliche thermische Tagwind, in Ufernähe etwas böig, weiter draussen mit reichlich Schaumkrönchen versehene Windwellen… Höhepunkt so zwischen 11.30h und 14.30h, gegen 15.00h ist z.Z. Feierabend, aber im Dezember wurde es auch schon so um 16.30h dunkel, inzwischen so gegen 17.15h. Ach ja, das ist eine Stunde Zeitverschiebung früher als bei uns.

Autor

Karl Bonitz

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