Dahab Ibi and Friends

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Stehbereich, Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Nun, es ist bei weitem nicht mein erster Besuch in Dahab. Und auch das gebe ich zu: Die meisten Hotels dort kenne ich sowohl von außen als auch innen. Dennoch hat sich dieses mal im Vergleich zu vor 2 Jahren do wieder einiges ge- und verändert.

Als erstes fällt auf, dass die Fraktion der Deutschen (Windsurfer) ihre Vorherrschaft verloren hat. Dieser Platz geht nun unumwunden an die Russen in Dahab. Allerdings, bevor nun ein Stöhnen durch die Reihen geht: Die Russen in Dahab sind in meiner Zeit dort nicht mit denen aus Hurgarda berühmt – berüchtigten Russen vergleichbar. In Dahab scheinen sich diejenigen ihrem Urlaub und dem Surfen zu widmen, die sich wohltuend von den oben genannten Russen und den klassischen Mallorca-Deutschen abheben.

Also: Auch wenn Deutsch nicht mehr die erste Sprache ist, so haben wir doch in unserer Zeit dort nette Kontakte gefunden, und dies über Nationalitäten hinweg.

Wir haben versucht Dahab, wie die letzten Male, Pauschal zu buchen. Zuerst über Sun + Fun (Happy ist ja nicht mehr Anbieter), dann über Surf + Action. Allerdings war es den Veranstaltern nicht möglich uns Flug und Zimmer in der benötigten Zeit anzubieten. Auch die Preise waren doch extrem gestiegen in den letzten zwei Jahren.
So haben wir uns vor den Rechner gesetzt und unserer Reise selber zusammen gebucht. Und siehe da: Sowohl Flug als auch Zimmer waren in der gewünschten Zeit vorhanden. Und das alles auch noch günstiger als Pauschal.

So haben wir folgendes schon von Deutschland aus gebucht:
* Flug: Air Berlin (ehm. LTU)
* Zimmer: Swiss Inn
* Station: Ibi + Friends

Flug

Eines der für mich neuen Probleme war, dass es keine direkten Hin- & Rückflüge mehr nach Sharm el Shaik mehr gab. Entweder wird über Kairo, Hurgarda oder Marsa Alam geflogen, was immer eine Verzögerung um ca. 60 Minuten bedeutet.. mindestens. Allerdings wenn man clever bucht, nur entweder auf dem Hin- oder Rückflug.

Einer der schönen Nebeneffekte unserer eigenen Buchung war, dass wir unser Visum (15 LE/Person (ca. €1,80)) selber kaufen und so schnell die Einreise hinter uns bringen konnten.

Den Transfer hatten wir vorab durch das Hotel bestellt. Allerdings wäre es auch kein Problem gewesen, diesen direkt am Flughafen mit einem Taxifahrer zu organisieren. Aber die Sicherheit, zu wissen, wir werden abgeholt, war uns die Vorabbuchung wert! Wer mit eigenem Material anreist sollte dies allerdings immer vorab buchen!

Station

Auch hier haben wir uns vorab über Internet informiert und versucht mit Stationen über E-Mail Kontakt aufzunehmen. Als einzige Station hatte die von Ibi & Kiki (www.ibiandfriends.com) geantwortet, und dies sehr schnell. Vier weitere Dinge sprachen aus unserer Sicht für diese Station:
1. Das Material, welches angeboten wurde
2. Das Preissystem
3. Die Lage
4. Meine Erfahrungen mit Ibi und Kiki (5* Dahab + 1* el Naaba)

Material

Was wir vorfanden an Riggs war in den „Dahab“-Größen bis runter zu 4,0qm aktuelles Segelmaterial von 2008. Kleinere Segel waren ein Mix aus guten 2007 und neuen 2008er Segeln. Alles in sehr gutem Zustand. Dies betrifft besonders die Masten, bei denen ich (ich gestehe) doch sehr wählerisch bin. Grade wenn Segel permanent mit gespanntem Vorliek im Regal hängen, ist es oft so, dass die Masten ihr Reflexverhalten negativ verändern. Laienhaft gesagt: Sie sind ausgeleiert. Dies war hier definitiv nicht der Fall. Auch beim 6,9 Duke war das Reflexverhalten sehr gut. Gabeln sind in allen Größen vorhanden und in einem immer noch guten Zustand… für eine Leihstation.

Boards waren hauptsächlich Fanatics von 2008 und 2007. Einige wenige ältere Bretter waren auch dabei. Bei allen Brettern war der Zustand – Standbelag, Pads, Schlaufen & Gewicht – sehr gut. Alleiniger Punkt war, dass der Abstand der Fußschlaufen oftmals zu eng war für meine 45er Füße. Hier sollten einige Bretter vielleicht auch für „big guys“ vorbereitet sein!

Ebenfalls waren einige Hifly Bretter da. Dies waren zwar „Test-Bretter“, allerdings waren sie sehr oft benutzt, was wohl, grade bei den Mad’s für ausgewogene Fahreigenschaften spricht. Für die „Beginner“ waren ca. 10 Boards in unterschiedlichen Größen, Hersteller und Alter vorhanden, die auch alle (grade vom Standbelag) in gutem Zustand waren.

Preissystem

Bei Ibi and friends konnten wir zwischen 3 Preissystemen wählen:
1. Stunden-/Tagespreis
2. Surfall (Flatrate)
3. Ibi&friends Surfsystem
Grade das letzter ist in windärmeren Zeiten sehr gut: Einmalig € 80,- und dann für jeden Surftag € 20,-. In unseren Augen eine sehr gute Idee!

Die Lage

Hatte Ibi früher die Happy Station vor dem Ganet Sinai, so hat er diese nach der Trennung von Happy an Five Squares (russische Kunden) verkauft und ist an den äußersten Platz nach Lee gezogen. Für alle Surfer, die vor allem nicht in der Bucht sondern in Speedy surfen wollen, ist diese Lage perfekt. Man kann hier mit einem Halb- bis leichtem Amwindkurs rausfahren und kommt gleitend Halbwind bis Raumschots an die Station zurück! Nur die Station von Harry Nass vor dem Dahabeya bietet einen ähnlichen Luxus!

Dazu kommt, dass die Station eben nicht vor einem Hotel liegt. Somit liegen auch keine Badegäste vor der Station, die sich unter Sonnenschirmen auf Liegen braten lassen und sich über Surfer aufregen! Die Lage am Ende des Strands verhindert auch, dass Touries permanent am Wasser vor einem vorbeilaufen und einen begaffen, wenn man mal selber in der Sonne liegt und liest!

Das Drumherum

Ibi versucht vieles, damit seine Station den „alten Surf Style“ aufrecht erhält. Zum eine ist es nicht wie an den meisten anderen Stationen so, dass Ibi sich auf eine Nation konzentriert. Während wir an der Station waren, trafen wir Russen (klar!), Österreicher, Deutsche, Spanier, Italiener. Allen war gemeinsam, dass sie offen waren für Gespräche und nicht in ihren Nationen-Cliquen abgekapselt lebten. Ganz anders, als ich es vor zwei Jahren bei Planet kennengelernt hatte, als ich als Deutscher nicht in die UK-dominierte Surfclique hereinkam und schließlich um Asyl bei Happy nachfragte.

Freies WiFi für Internet, kostenlose Tee-Bar, preiswerte Getränke, Chillout, Shisha, Kletterwand, Volleyball und gemeinsame Abende runden den Service ab. Dass die Dinge, die zu einer Surfstation eh dazugehören wie Toiletten, Aufbewahrung von Anzügen und privaten Dingen, Betreuung, etc, keinen Anlass zu irgendeiner Beschwerde gaben, will ich nicht weiter erwähnen! Um den Anschein zu vermeiden, dass ich für Ibi & Kiki hier Werbung machen will: Wir haben uns in den 11 Tagen an der Station einfach wohl gefühlt und gut betreut.

Das Hotel

Dies war mein vierter Aufenthalt im Swiss Inn. Nebenbei war ich schon im Dahabeya und im Ganet Sinai. Aber der freundliche und professionelle Charme des Swiss Inn hatte mich diesmal auch wieder in dieses Hotel gezogen. Aber auch hier geht die Zeit weiter. An einfachen Dingen lässt sich dieses erkennen: Die Zimmer sind mittlerweile doch etwas in die Jahre gekommen und sollten mal renoviert werden. So war es bei unserem Zimmer (das ich im Übrigen vor 4 Jahren schon mal hatte), dass die Badewanne einen Riss hatte und an anderen Stellen schon repariert, die Terrassentüre das Schloss locker, die Wand nicht mehr als weiß zu bezeichnen war und das Lüftungsgitter der Klimaanlage heraushing. Alles nicht wirklich schlimm, aber eben auch nicht schön.

Dennoch sind die Zimmer ansprechend und schön gelegen. Der Garten vor der Türe macht da einiges wett! Die Ausstattung mit Fernseher, Klimaanlage und Tresor ist für den Preis auch ok.

Gebucht werden kann das Hotel zum einen über Veranstalter (Sun+Fun, FTI, Bucher, etc) oder eben direkt (www.swissinn.net). Wir empfehlen Letzteres! Man hat die Wahl zwischen Halbpension und All Inclusiv. Mal ganz abgesehen davon, ob man den ganzen Urlaub mit einem Plastik-Armband rumlaufen möchte, halten wir aus ein paar Gründen das All Inclusiv für nicht nötig: Zum einen ist eben nicht alles inklusive! Dann ist es so, dass wenn man an der Surfstation ist, man immer zum Hotel laufen müsste, um sein Getränk oder Essen abzuholen. Und letztlich war die Rechnung am Abschluss (keine € 200,- für 2 Personen) doch so, dass All Inclusiv teurer gewesen wäre.

Aber nicht nur das Hotel ist älter geworden, auch seine Gäste. Nun ist mir bewusst, dass ich seit meinem ersten Besuch auch nicht jünger geworden bin. War es aber seinerzeit doch eher so, dass ich mich eher im oberen Mittelfeld vom Alter bewegte, war es nun, dass wir zu den Jungen gehörten. Surfer sind eine Minderheit im Swiss Inn geworden. Pensionäre, Rentner sind die deutliche Mehrheit. Da bekommt es schon etwas Surreales, wenn sich die Gäste über den starken Wind an einem Surfspot aufregen!

Was auch neu unter den Gästen ist, sind die nun sehr starke Fraktion der „Handtuch vor dem Frühstück auf Liege legen“ Gäste. Wenn man am Hausstrand des Swiss Inn vorbei geht, sieht man fast alle Liegen mit einem Handtuch belegt, aber niemand ist da! Mal eben sich sonnen ist nicht, wenn man nicht schon um 06:30 sein Handtuch verbreitet hat. Hier ist deutlich zu erkennen, dass diese Gäste durch Jahre auf Mallorca in dem Kampf um die Liegen gestählt und erfahren sind. Gleiches fanden wir aber auch am Dahabeya. In dieser Unsitte sind es vor allem die deutschsprachigen Gäste, die sich hervortun!

Noch ein Wort dann zum Essen: Von dem Umfang des Buffets sowohl morgens als auch Abends ist für jeden etwas dabei. Allerdings ist es so, dass nach einer Woche, vor allem beim Abendessen, sich die Speisen deutlich wiederholen. Etwas mehr Kreativität des Kochs wäre hier wünschenswert. Zum anderen haben wir (und andere Gäste) uns eine doch hartnäckige Diarrhöe (Nach 7 Tagen immer noch da!) eingefangen. Bisher war man im Swiss Inn davon, anders als im Ganet, nie betroffen.

Das Buffet wird – je nach Witterung – nun auch auf der Terrasse aufgebaut. Das ist sehr angenehm, da es doch an warmen Tagen im Restaurant sehr stickig wird.

Insgesamt aber ist das Swiss Inn immer noch die beste Empfehlung!

Surfen

Nun, das Revier hat sich nicht geändert. Auch wenn das Drumherum sich weiter entwickelt, so ist auf dem Wasser alles beim Alten!

Der Wind kommt von Links leicht ablandig. Dadurch hat man die ersten 200 Meter vom Ufer einen böigen Wind, da die Hotels den Wind zwar nicht abdecken aber zerhacken.
Nach dieser Abdeckung ist der Wind konstant. Zumeist fährt man in Dahab Segel zwischen 4,5 und 6,0 qm. Es darf auch mal etwas mehr oder weniger sein. So hatten wir wärend unseres Urlaubs durchaus 3 Tage, die für ein 3,7qm Segel geeignet waren (bei meinen 85kg). Aber dies sind eher Ausnahmen denn die Regel.

Boards sind Freerider, – mover oder -styler. Je nach Fahrstil und Können. Die meiste Zeit war ich mit dem kleinen Skate unterwegs.

Das Revier teilt sich grob in drei Bereiche:

Die Bucht in Luv. Diese wird gerne von Aufsteigern genutzt und Fahrern, die im Wasserstart noch nicht so fit sind. Von den Stationen von FunSystem, Planet, Mistral und Mark Warner ist dieses Revier bestens zu erreichen. Ebenso, wenn auch mit Abstrichen, von der „alten“ Station von Harry Nass.

Speedy liegt im Lee (südlich) der Sandbank, welche die Bucht abtrennt. Hier ist der Wind schön konstant und das Wasser flach. Und flach meint flach. Selbst bei 6 bft findet man hier einen „Chop“ von 1 cm! Dieses Revier ist perfekt zum erlernen von Manövern und eben zum Speeden. Allerdings sollten – aus unserer Sicht – hier nur Leute fahren, die den Wasserstart auch beherrschen und Höhe laufen und halten können. Bei einem Problem gibt es eine Rettungsinsel. Diese muss man aber auch erreichen können. Wenn nicht, geht es unweigerlich Richtung Sharm el Shaik. In den 11 Tagen wurden allerdings nur 2 Surfer aus Speedy abgeholt.

Kamikaze ist der äußere Bereich. Der Name ist schlimmer als das Revier selber. Eine moderate bis höhere Dünungswelle läuft hier mit dem Wind. Und diese Welle macht das Revier aus 2 Gründen gefährlich: Zum einen ist man ca. 1,5 km entfernt von den Stationen, die auf einen aufpassen, zum anderen können sie oft wegen der Welle einen Surfer im Wasser nicht mehr sehen. Deswegen gilt hier eine Regel, die leider von den Stationen nicht mehr mitgeteilt wird: Immer als Gruppe (min 3 Surfer) rausfahren. Hat ein Surfer Trouble, kann einer bei ihm bleiben, einer fährt rein und holt Hilfe. Erreichen kann man Kamikaze, indem man etwas Raum durch Speedy fährt und am südlichen Ende das Riff überquert.

Wie Speedy sind die idealen Stationen dafür Ibi & Friends, Harry Nass vorm Dahabeya, Five Square und so eben noch FunSystem.

Die Stationen haben einen „Rettungsdienst“ installiert. Dieser besteht aus den Motorbooten der Stationen und der in Speedy verankerten Rettungsinsel. Die Hauptlast der Rettung wird von der Station five Squares (Russen) getragen, was daran liegt, dass ihre Schüler und Gäste am häufigsten Abtreiben. Bis auf Harry Nass beteiligen sich aber gleichberechtigt alle an diesem Service.

Harry Nass dagegen geht eigene Wege: Er holt nur und ausschließlich seine Kunden aus dem Wasser. Und er verbietet sogar den anderen Stationen seinen Gästen zu helfen. Gott sei Dank halten sich die anderen Stationen nicht an die letztere Anweisung. Wir fanden es sehr befremdlich, wenn 8 Boote draußen sind um Surfer reinzuholen und das Boot von Harry (immer gut an der großen Flagge zu erkennen) fährt an winkenden Surfern einfach vorbei. Bei ernsten Problemen würde ich das als unterlassene Hilfeleistung ansehen. Harry und seine Frau sollten ihr Verhalten hier deutlich überdenken!

In unseren 11 Tagen hatten wir 2 Tage ohne Wind, 3 Tage mit Wind von 7 – 8 bft und der Rest mit 5 – 6 bft.

Kurzum: Schee wars!

Autor

Jens v. Gersdorff

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