Dahab Ganet Sinai

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Stehbereich, Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Die Umgebung von „Dahab“

Je nach Abflughafen liegt der Ankunftsairport Sharm El Sheik ca. 6 Flugstunden von Deutschland entfernt. Der Transfer zum Surfspot dauert etwa eine Stunde und führt auf der von den Israelis gebauten Strasse quer durch den Sinai.

Man sollte dem Fahrer besser über die Schulter schauen um ihm sein Temperament zu zügeln, manche fahren buchstäblich einen „heissen Reifen“. Lasst Euch von den „Grenzern“ nicht ins Boxhorn jagen, sie verlagen gern und für teures Geld ein Visum. Und dieses, obwohl es hierfür keine Grundlage gibt. Also, hält man sich nicht mehr als 2 Wochen im Sinai auf und hat nicht vor nach Kairo oder Luxor weiterzureisen, dann sagt dem freundlichen Grenzer doch einfach das Zauberwort: „GOLF“. Das hat mit dem Golfspielen nichts zu tun, es soll nur heissen, dass man sich HIER in der Region, also im GOLF aufhält. Und schon braucht man keine Gebühr zu bezahlen. Vor Ort sind so manche Hotels aus dem Boden gestampft worden. Etwas für den dicken Geldbeutel findet sich ebenso, wie für den etwas schmaleren. Entsprechend ist dann auch der Komfort gestaltet.

Wer sich nur zum Surfen in Dahab aufhält und ansonsten keine allzu grossen Ansprüche an seine Unterkunft stellt, dafür aber sauber wohnen möchte und eine gute Atmosphäre haben möchte, der ist im Hotel Ganet Sinai gut aufgehoben.

Dem Hotel ist die Surfstation von „Happy“ angeschlossen, F2-Bretter und die neuesten Riggs von North sind in ordentlichem Zustand und werden gut gewartet. Die Stationsleitung (Kiki und Ibi) haben Ihre Sache auf langjährige Praxis aufgebaut und gut im Schuss, sie haben für alle Eventualitäten vorgesorgt, Ihr stellenweise einheimisches Team (Brettpflege etc.) versteht inzwischen ausser Englisch auch sehr gut Deutsch und ist äusserst hilfsbereit. Gleiches gilt übrigens auch für das Hotelpersonal.

Dahab, das verschlafene Dorf – übersetzt „Gold“ – ist eine uralte Beduinensiedlung und liegt etwa 100 km nördlich von Sharm el Sheik, 140 km südlich von Eilat (Israel) an der bergigen Ostküste des Sinai. Grosse Einkaufsmöglichkeiten bestehen hier nicht. Es gibt eine Post, eine Bank, zwei kleine „Supermärkte“ (wesentlich billiger als die vom Hotel!) … das war es auch schon. Den „Busbahnhof“ muss man eigentlich nicht extra erwähnen, reicht doch schon die ausgestreckte Hand, und jeder Autofahrer wird zum Taxifahrer. Für ein paar Groschen kann man sich dann in den nächst grösseren Ort „Asala“ bringen lassen (hierzu mehr später).Geld tauschen sollte man übrigens direkt am Flughafen, oder auf der Bank in Dahab. Im Hotel gibt es einen – wie üblich – schlechten Kurs.Auch das Telefonieren aus dem Hotel sollte man sich verkneifen und besser zur Post gehen oder mit einer Telefonkarte seine Liebsten anrufen. Es kommt auf jeden Fall billiger.

Das Klima im Sinai ist sehr trocken, Regen kennt man hier so gut wie nicht. Man beachte einmal die Scheibenwischer an den Autos – oftmals nur eine Zier!

Die Sommermonat sind ziemlich heiss, in den Wintermonaten kann der Europäer abends schon einmal einen Pulli gebrauchen. Selbst Anfang März ist das Surfen im Shorty oft schon möglich. Man sollte sich jedoch vorher die Temperaturen am besten vor dem Abflug erfragen (siehe auch kleine Statistik). Die Wassertemperaturen sinken – meines Wissens – nicht unter 20 °C.

An Ausflügen bietet sich die Nachtwanderung zum Mosesberg an (der genialste Sonnenaufgang aller Zeiten). Der Aufstieg dauert knapp 3 Stunden und sollte nicht von „Fusskranken“ durchgeführt werden. Tipp am Rande: Man muss diesen Ausflug nicht im Hotel buchen. Weitaus günstiger fährt man, wenn man in „Asala“ sich um einen Führer, bzw. Wagen kümmert. Mit 4 Leuten zusammen kann man da seine Urlaubskasse erheblich entlasten. Eine weitere Empfehlung für eine Wanderung – und oftmals von den Reiseveranstaltern angeboten: Eine Wanderung durch den Coulered Canyon ist absolut faszinierend. Tipp am Rande: Guter Orientierungssinn und eine Extraportion Wasser dürfen nicht fehlen. (Verlässt man sich auf andere … ist man oftmals verlassen!)

Klettern im Sinai ist nicht gerade einfach, der rote Sandstein ist brüchig. Wer aber hinter den Hotelanlagen in den Sinai „aufsteigt“, der hat Ruhe pur. Erschreckend für unsere Ohren, hört man doch überhaupt nichts, ausser dem Rauschen des Blutes in seinen eigenen Ohren. Ein Abendausflug nach „Asala“ lohnt sich allemal, meist wird dies auch vom Hotel angeboten … bei Happy ist ein Ausflug im Preis enthalten. Wer sich gerne in die 60-er Jahre versetzt fühlt ist hier richtig aufgehoben. Musik von Cat Stevens etc. läuft am laufenden Band, und die Anmache auf der Strasse „… hey komm doch hier rein …“ läuft ebenso. Preiswert sind hier die Klamotten, und auch das Porto ist hier komischerweise billiger als im Hotel. Wer Silber und Gold gern hat, der kann in den unzähligen kleinen und grossen Geschäften fündig werden. Normalerweise sind ja Surfer über dem Wasser, ich rate jedoch jedem an, seine Schnorchelutensilien mitzunehmen. Die Vielzahl und die Farben der Fische ist einfach gigantisch, von uns über dem Wasser dahinfetzenden Surfer nie beachtet. Ein Erlebnis ohne Gleichen, noch dazu kostenlos.

Spotbedingungen

Der Wind kommt in Dahab in der Regel das ganze Jahr schräg ablandig aus sideshore. Die ersten 15 – 20 Meter (vor dem Ghanet Sinai) sind Stehbereich und eignen sich meiner Meinung nach am besten zum Start. Leider wird der Wind durch die Hotelneubauten (Swiss-Inn und Hilton) abgefälscht und erweist sich damit als böig. Ist man ca. 200 Meter weiter draussen kann man den „richtigen“ Druck im Segel geniessen.

Die stehtiefe Lagune bietet Sicherheit für Anfänger und beste Trainingsmöglichkeiten für Fortgeschrittene. Dort wo auf der Karte Stehbereich steht (ein Schlag ohne grossartige Anstrengung mit Höhelaufen) bläst der Wind schon konstant. Man sollte in diesem Bereich auf seine Finne und seine Füsse aufpassen. Angeschwemmte Korallen und Muscheln (scharfkantig) hinterlassen oftmals schmerzliche Urlaubserinnerungen.

Rechts daneben und kurz vor dem Riff kann man wahrlich Speederfahrungen sammeln. Bei ablandigem Wind (!!!) und fast keiner Welle lässt sich heizen ohne Ende. Das Revier besticht dadurch, dass es selbst bei enormem Hack keine Welle aufbaut. Hat man am Ufer noch ca. 5 Beaufort, dann sollte man dort draussen von einer Windstärke mehr ausgehen. Um in das „Speedy“ zu gelangen, muss man eine Hürde nehmen: Ein Riff (auf der Karte nicht eingezeichnet!). Das heisst, man muss sich abfallen lassen, um dann wieder Höhe zu laufen. Dank „Happy“ kann man sich seit diesem Jahr auch auf dem Wasser ausruhen, ohne sich einen Seeigel beim Landgang einzufangen. Die Jungs haben nämlich dort eine schwimmende Insel aufgebaut, wahrlich ein Erfolg. Was für manche Surfer fehlt ist ein Zigarettenautomat und der Wasserkanister. Letzteres wird bei Nachfrage schon mal mitgenommen.

Und dann kommen wir in das dritte Revier: Ca. 2 – 3 Kilometer ausserhalb geht es nochmals durch ein Riff. Gekennzeichnet ist die ungefähr 10 Meter breite Furche durch eine Fahne. Hinter dem Riff beginnt dann das Vergnügen im „Kamikaze“, einem wahrlich wunderschönen Wellenrevier. Die Wellen kommen schön rund und brechen nur selten. Die Strömung ist human, der Wind ist gleichmässig. Die Wellen können schon mal mit 3 Metern daherkommen – genial zum Abreiten. Doch Vorsicht: In dieses Revier sollte man nicht alleine fahren. Am besten sind immer 3 Surfer(innen), nur für den Notfall. Wer will schon alleine mit gebrochenem Mast oder Gabel die Bekanntschaft von den Saudis machen? Wasserstart ist übrigens Pflicht, versteht sich eigentlich von selber.

Als Bretter eigenen sich Slalom- und Waveboards. Diese mitzunehmen erachte ich als unnötig, in den Hotelanlagen hat man sich voll und ganz auf die Surfer(innen) und ihre Wünsche eingestellt. Die Brettpaletten sind reichlich.

Wer die Mittagspause für einen kleinen Snack nutzen will, dem sei hier die Pizza an der beachbar im Ghanet Sinai wärmstens empfohlen. Auch die Hamburger sind köstlich zubereitet, und als kleiner Snack äusserst willkommen.

An dieser Stelle schönen Dank an Kiki und Ibi (und die ganze Crew). Bisher hatte jeder Urlaub bei Euch den erwünschten Erholungseffekt und die dafür notwendige Windausbeute.

Tips für einen Trip nach Dahab

Alkohol

Da es sich um ein islamisches Land handelt wird natürlich der Alkohol ausschliesslich in den Hotels und in den Kneipen verkauft. Das einheimische Bier ist für starkbiergewohnte Bayovaren ein Graus (habe ich mir sagen lassen), es enthält zwischen 1,5 % und 3,0 % Alkohol. Sollte das Bier schon beim Aufmachen einen schalen Geschmack verbreiten, so sollte man es tunlichst zurückgeben. Fehlproduktionen sind an der Tagesordnung. Wein und sonstige Spirituosen erhält man in den Hotels, eben eine Preisfrage.

Übrigens sitzen die Jungs (und Mädels) der Station oftmals lange Zeit „auf dem Trockenen“. Freude über ein wohlmundendes Bier (Mitbringsel?) kommt unter Garantie auf. Man muss dieses nicht unbedingt im Flieger mitschleppen, direkt am Ausgang des Flughafens in Sharm El Sheik (noch im Terminalbereich) kann man sich – so man will – noch damit eindecken.

Einreise

Die Einreisebestimmungen sehen einen längeren Aufenthalt von 6 Monaten nicht vor. Mann / Frau benötigt einen gültigen Reisepass (mindestens noch 6 Monate), Kinder müssen im Besitz eines gültigen Kinderausweises sein.

Impfungen

Man sollte sich nach Möglichkeit (wie bei jedem Aufenthalt im Ausland) zumindest gegen Hepatitis A impfen lassen. Leitungswasser sollte man nach Möglichkeit nicht konsumieren.

Internet

Wer unbedingt die neuesten Börseninformationen oder sonstige wichtige Informationen benötigt, für den besteht in Azzalah und im Hotel Ganet Sinai in sogenannten Internetcafes die Möglichkeit, sich gegen Gebühr ins Internet einzuklicken. Die Rechner sind oftmals schnell, was man jedoch von den Leitungen nicht gerade behaupten kann.

Klamotten

Die Klamotten sollte man tunlichst dem Glauben auch anpassen, d. h. man sollte sich nicht gerade wie ein Urlauber am Ballermann 6 aufführen (kurze Shorts beim Besuch des Dorfes etc.). Am Strand reicht hingegen kurze und luftige Bekleidung, für den Abend sollte man sich schon einen Pulli mitnehmen, die Nächte können (verhältnismässig) kühl sein.

Frauen sollten die Sitten des Landes berücksichtigen und am Strand zum Leidwesen des „starken Geschlechts“ oben etwas drüber tragen.Eine Kopfbedeckung kann einen Sonnenstich verhindern, eine Sonnenbrille die Augen schonen.

Krankenhaus

In Dahab gibt es ein Krankenhaus; dieses wird gerade neu erweitert (Stand 03/2000). Ein dort angestellter Arzt betreut auch in seiner privaten Praxis in Azzalah. Vergesst nicht eine Auslandskrankenversicherung abzuschliessen.

Mitbringsel

Für die Jungs und Mädels der Surfschule:
Die freuen sich am meisten über Nutella, Süssigkeiten jeglicher Art, Schwarzbrot und Kaffee.

Für die Lieben zu Hause:
Ist ein bisschen Schmuck angesagt, dann schaut man am besten einmal in Azzalah im Laden „ELHANAA BAZAAR“ rein. Bei den Klamotten sollte man aufpassen, sie sind überwiegend aus 100 % Baumwolle und verziehen daher nach dem Waschen sehr rasch.

Zigaretten

Für Nikotinsüchtige sei angemerkt, dass man die westlichen Marken natürlich erhält, gegen entsprechendes Geld. Also entweder noch im Flieger sich eindecken oder auf ägyptische Zigaretten umsteigen.

Reiseapotheke

Die Reiseapotheke sollte neben den gängigen Mitteln auch etwas gegen Durchfall und gegen Sonnenbrand parat haben, die Mitnahme eines Desinfektionsmittels (bei Schnitten) und einer Pinzette empfiehlt sich. Ganz zu schweigen natürlich von der Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Ebenso ist ein Schmerzmittel und entsprechende Salben bei Prellungen etc. anratsam. Zur Not ist die HAPPY-Station mit diversen „Heilkräutern“ gut ausgestattet.

Netzspannung

Die Netzspannung beträgt 220 Volt, Spannungsdifferenzen können vorkommen. Ein Reiseföhn für 15,00 DM tut es also auch. In manchen Hotels sollte ein Adapter verwendet werden.

Surfklamotten

Zum Surfen reicht meist ein Shorty, Frostbeulen sollten sich einen etwas dickeren Anzug mitnehmen (ausser im Sommer). Surfschuhe sind m. E. ein MUSS, bleibt aber natürlich einem jedem selber überlassen. Sollte man etwas vergessen haben, so hat die Happy-Station auch Trapeze sowohl im Verleih als auch zum Verkauf, ebenso Schuhe, Handschuhe und F2 Mode. Anzüge gibt es ebenso im Verleih.

Trinkgeld

In Ägypten wird ein Trinkgeld erwartet (Bakschisch). Es sollte 10 % des Betrages nicht übersteigen. Eine kleine Aufmerksamkeit für den Zimmerboy tut ebenso wahre Wunder. Übrigens stehen die Jungs (und Taxifahrer) auf Walkman und Sonnenbrillen.

Visum

Hält Mann / Frau sich nicht länger als 2 Wochen in Dahab auf, dann ist ein Visum nicht nötig. Man sollte sich am Flughafen ein solches nicht „aufschwatzen“ lassen. Das Zauberwort heisst GOLF. Damit ist die Region gemeint, und dafür benötigt man kein Visum.

Währung

Die Landeswährung ist das Ägyptische Pfund, ausführen darf man nichts, also weg mit dem Geld! Der Umtausch kann direkt am Flughafen in Sharm El Sheik oder in der Bank in Dahab erfolgen (Zeit mitbringen). Ebenso tauschen natürlich die Hotels um, wen wundert es … zu einem schlechten Kurs natürlich.

Autor

Winny Seidel

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