Le Morne

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Reisebericht

Buchung:
Wir hatten über die Surf and Action Company gebucht. Das dort angebotene Pauschalpaket war wesentlich günstiger als eine Einzelbuchung von Hotel und Flug gewesen wäre. Die Abwicklung war gut.

Anreise:
Wir sind mit Air Mauritius geflogen. Brettmitnahme kostet 80 Euro, Service der Fluglinie sehr gut, recht viel Platz im Flugzeug. Die Flugdauer beträgt 11 Stunden und man fliegt über Nacht. Mauritius wird auch durch Condor angeflogen, aber das wäre teurer gewesen.

Hotel:
Für Surfer kommt eigentlich nur das Berjaya Le Morne in Frage. Das Hotel ist wirklich eine Oase der Entspannung und bietet einen sehr guten Service. Hat natürlich auch seinen Preis, der aber wirklich nicht zu hoch ist. Auch die Nebenkosten (Getränke, Zusatzleistungen) sind OK. Unverschämt lediglich die Kosten für Wäschereinigung, unbedingt Rei in der Tube mitnehmen.

Windsurfer schleppen Ihr Zeug am türkisen Traumstrand entlang (oder schieben es im Wasser) in Richtung Surfspot, der ca. 100m südlich vom Hotel beginnt. Vor dem Hotel fallen nur gelegentliche Böen und Winddreher aufs Wasser, gar nicht erst versuchen dort rauszugehen. Da das Hotel recht langgezogen ist, sollte man als Surfer ein Zimmer am südlichen Ender der Anlage nehmen (Zimmernummer grösser 400), mit dem Nachteil, dass man dann zum Restaurant (im nördlichen Teil der Anlage) weiter laufen muss. Das Hotel bietet auch kostenlos Surfequippment an, aber das Zeug ist veraltet und darf nur in einem Bereich vor dem Hotel (also nicht am guten Spot) verwendet werden. Zum Stehsegeln oder erste Versuche OK, mehr nicht. Weitere kostenlose Sportmöglichkeiten sind Wasserski, Squash, Tennis etc. Also so schnell wird einem hier nicht langweilig.

Das eigene Material und aufgebaute Riggs haben wir wie alle einfach in der Wiese vor den Zimmern liegen lassen. Jeweils 4 Zimmer befinden sich in kleinen Chalets. Die Zimmer haben ein sehr geräumiges Bad und sind ca. 50qm gross. Man kann hier auch mit 2 Kindern komfortabel unterkommen. Es gibt auch einen kleinen Kühlschrank. Kleiner Tip hierzu: einen Zettel in den Kühlschrank legen, dass er nicht aufgefüllt werden soll und Getränke etc wöchentlich in einem Supermarkt (mit Taxi hinfahren) einkaufen und den Kühlschrank damit befüllen. Spart einige 100 Euro während 3 Wochen.

Momentan wird im Luv vom Spot ein weiteres Hotel gebaut. Es könnte eine Alternative werden, da es direkt im Wind liegt. Das Hotel soll dieses Jahr (2002) fertiggestellt werden.

Surfstation:
Es gibt neben dem Hotel eine Surfstation, in der man modernes Material mieten kann. Das Material (RRD Boards) sieht gut und gepflegt aus, ich empfehle aber die Mitnahme des eigenen Materials, da die Station am Sonntag geschlossen hat. Als Begründung dient eine Vereinbarung mit den Locals. Man sollte sich diesem Druck der Locals nicht beugen, das Meer gehört jedem, nicht nur den Einheimischen.

Wind:
Wir hatten von 20 Tagen 18 Tage Wind mit >=5BfT. Einige Tage hat es wirklich seriös gehackt, so dass man mit einem 4qm Segel teilweise aufgeben musste. Die beste Windzeit ist Juni bis September, die Monate Oktober, November gehen auch noch. Tatsächlich wird am Le Morne durch den Leitplankeneffekt am Brabant (ein ca. 600m hoher Berg) ein 2 BFT Passat auf Gleitwind beschleunigt so dass man eine sehr hohe Windausbeute hat. Ich denke dass der Le Morne einer der windsichersten Spots weltweit ist.

Wellen:
Durch Tiefdrucktätigkeit am Kap kommen im Winter (also unserem Sommer) immer wieder mächtige Swells an die Riffs der Le Morne Halbinsel gerauscht. Allerdings sorgt auch längerer Passatwind für Wellen, die dann aber geringeren Abstand haben und weniger clean sind.

Revier:
Das Revier bietet eine durch ein Riff geschützte Lagune mit einem grossen Stehbereich (ausser bei Flut). Das Wasser ist bei stärkerem Wind aber nicht wirklich glatt, je weiter man nach Luv kommt umso kabbeliger wird es. Weit im Luv gibt es daher auch innerhalb des Riffs prima Abschussrampen zum springen. Anfänger und Aufsteiger werden an dem teils chaotischen Chop im Luv weniger Gefallen finden.

Im Lee vom Spot hört der Wind plötzlich auf. Genau an diesem Streifen (ca. 100m breit) an dem der Wind gerade noch hinkommt aber das Wasser durch die Abdeckung der Landzunge glatt ist tummeln sich die meisten Surfer. Die Halsen werden in einem superglatten 30x30m grossen Feld in Strandnähe geübt, dadurch wird es hier natürlich recht eng. Auch die Kiter geben genau hier ihre Sprünge zum besten. Nur eine Frage der Zeit, wann sich hier die ersten über den Haufen fahren. Aber wenn man etwas nach Luv ausweicht und etwas Kabbelwelle akzeptiert hat man wirklich mehr als genug Platz.

Die Lagune wird durch ein Riff begrenzt (Innenriff). Das ist an einer ca. 100m breiten Stelle auch bei Ebbe gut zu fahren. Im Lee und Luv davon ragen pilzförmige Korallen bis knapp unter die Wasseroberfläche, hier sollte man besser nicht gewaschen werden. Ich habe dort ein Segel geschrottet.

Ansonsten bricht die Welle am Innenriff auch bei hohen Wellen relativ ungefährlich und selten hohl. Leider befindet sich auf der Welle ein lästiger Querchop was mir ziemliche Probleme beim Bottom-Turn bereitet hat. Ausserdem bricht die Welle von der falschen Seite, daher kann man auch nicht mehr als 2 Turns in die Welle machen. Wenn man von einem Set die letzte Welle erwischt und vorher eine grössere Welle durchgelaufen ist hat diese allerdings den Chop weggebügelt und man kann gute Turns fahren.

Zum Springen gibt es kaum bessere Spots. Man kann in der Lagune in aller Ruhe in die Fussschlaufen gehen und dann mit Vollspeed über die erste Line donnern.

Wenn es starken Swell hat, strömt das in die Lagune laufende Wasser durch den Channel wieder aus und man hat dann am Innenriff dort eine beachtliche Strömung. Das war an 2-3 Tagen der Fall. Verliert man dann das Material sollte man wirklich schnell schwimmen können denn das Weisswasser spült das Material in die Lagune zurück, man selber aber wird durch die Strömung rausgetrieben.

Ein weiterer Spot ist Manawa, das Aussenriff. Hier bricht die Welle ideal von der Luvseite her und eignet sich perfekt zum Abreiten. Wir haben Manawa deutlich über Masthoch gesehen. Gesurft sind wir dort nicht, wegen der fehlenden Rettungsmöglichkeiten bei einer Entfernung von fast 2km vom Strand. Vor dem Hotel am Innenriff liegt One Eye. Der Spot lief nur an einigen Tagen. Der Wind in One Eye ist ablandig, in die extrem saubere Welle lassen sich mehr als 10 Turns schneiden. Die Welle bricht allerdings oft auf mehreren 10m gleichzeitig so dass man teilweise sehr weite Turns fahren muss. Wer hier versagt wird sofort auf das flache, messerscharfe Riff gespült. Bei Flut ist das nicht ganz so schlimm, da man nach Lee abhauen kann, wenn die Welle unkontrollierbar wird. Auch in One Eye gibt es keinen Rescue.

Locals:
Es besteht laut Station und Aussage der Surf and Action Company ein Surfverbot für Nicht-Locals am Sonntag. Die Station ist daher am Sonntag durchgehend geschlossen. Am Revier gibt es vielleicht 10 „echte“ Locals. Dazu zähle ich wirklich Einheimische und keine Dauertouristen. Es kommt gelegentlich vor, dass man von einem Surfer angewinkt oder angeschrien wird, dass man verschwinden soll. Das war aber immer unter der Woche. Eine blutige Nase hat sich noch kein Non-Local geholt. Die Situation ist daher nicht anders als bei vielen anderen guten Spots, die einige für sich beanspruchen wollen. Allerdings sind die Locals hier so hoffnungslos in der Unterzahl (auf einen Local kommen z.B. sicher 4 Italiener) so dass man tätliche Auseinandersetzungen nicht befürchten muss.

Vom Hotel sind daher am Sonntag wirklich alle Gäste gesurft, die ihr Privatmaterial nicht in der Station gelagert hatten.

Insel:
Mauritius wäre auch ohne Surfen eine Reise wert. Ausflüge unternimmt man am besten mit einem Taxi das man Tagesweise für ca. 50 Euro mieten kann. Das Wetter ist allerdings in den gebirgigen Regionen der Insel oft sehr unbeständig. Auch in Le Morne regnet es fast täglich, meist allerdings am Morgen oder in der Nacht. Wirklich verregnet war nur ein einziger Tag. Es ist insbesondere am Abend recht kühl, also Pullover nicht vergessen. Weitere Infos über Mauritius findet man aber in jedem Reiseführer, so dass ich mich hier nicht weiter ausmehren will.

Resümee:
Wir kommen wieder! Einzig die fehlende Rescue-Möglichkeiten ausserhalb der Lagune sind ein echtes Problem.

Autor

Phillipp

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