Aruba (2 Spots)

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste keine Angabe, fahrbar keine Angabe

Die Anreise

Es war eine Surfreise. Ein Bericht über eine Surfreise beginnt mit dem Hinweis, wie man das Material transportiert. Materialgewicht: ca 3,5 kg; Lycrashirt mit langem Arm (gegen die Sonne), Shorts (reicht), dünne Surfschuhe (gegen Muscheln und Korallen) und Trapez (sowieso). Das passt alles prima ins Handgepäck. Das Gummizeug, ob lang oder kurz, ist nur Balast. Der Rest hätte bei KLM für 2 Personen 1.500,00 € pro Richtung gekostet und ist zu Hause geblieben. Der Flug ab Amsterdam dauert übrigens ca. 9 Stunden.

Das Wetter

Luft 30°, Wasser 27°, Wind O >4bft (Tag und Nacht)

Die Insel

Aruba ist ca. 35 km lang und 12 km breit. Es gibt keine Berge und nur wenig Vegetation, ein paar kleine Sehenswürdigkeiten und ziemlich viele, hauptsächlich amerikanische, Touristen. Das alles ist innerhalb eines Tages mit dem Auto erkundet, so dass man sich ohne Gewissensbisse dem Wesentlichen widmen kann: Dem Wassersport.

Surfen im Flachwasser: Palm Beach

Die Vorstellung, längere Zeit surfen zu gehen und dabei auf Wellen zu verzichten, ist erst einmal erschreckend. Nach zwei Tagen ist alles anders… Das Revier am Palm Beach ist sooo easy, dass sich ein geradezu unheimliches Relaxen einstellt. Flachwasser bügeln im Farbenrausch. Moves üben bei kleinen Windwellen und hüfttiefer Badewanne. Zur Erholung zwischendurch kann man sich einfach 10 Minuten ins Wasser hängen. Es ist eine perfekte Mischung aus Trainings- und übungswiese. Wer es hier nicht lernt, sollte sich einen anderen Sport suchen. Und wenn es dann doch langweilig wird, gibt es ja noch Boca Grandi.

Das Wellenrevier: Boca Grandi

Ein 4-Rad-Antrieb sollte es schon sein. Ein kleiner Jeep vielleicht. In Boca Grandi gibt es keinerlei Infrastruktur. Die Materialfrage muss also mit den Surfstationen am Palm Beach geklärt werden. Ab 2.00 pm kommt der Wind. Onshore, an guten Tagen mit 3 Meter Welle, die an einem vorgelagerten Riff bricht. Vom linken Rand der Bucht kann man mit Wind von links starten. Perfekt. Unbedingt von den Locals das Riff erklären lassen. An etwas windschwächeren Tagen ist hier ein sehr guter Kiteplatz, der am Wochenende allerdings voll wird.

Wohnen

In den Hotels entlang des südlichen Teils des Palm Beach gibt es alle Annehmlichkeiten des High End Tourismus zu entsprechenden Preisen. 250,00 US$ pro Nacht und Zimmer für zwei Personen ist normal – billiger wird es kaum, teurer und wirklich sehenswert sind das Radissen und das Hyatt.

Apartmentanlagen in verschiedene Grössen sind überall auf der Insel zu haben. Mit 100,00 US$ pro Nacht muss man rechnen. Für Surfer und alle, die gerne Wasser sehen, bieten sich einige Anlagen entlang des nördlichen Abschnitts des Palm Beach an. Zwischen Strand und Häusern liegt zwar noch eine Strasse, die stört aber nicht weiter. Der Strand in diesem Bereich ist mit Korallenstücken und Muscheln überseht, ein Riff beginnt eigentlich sofort an der Wasserkante, Baden oder Surfen funktioniert hier nur bedingt. Bis zum Fishermens Hut (dem Surfstrand) sind es dann 1-2km. Siehe „Autos“.

Man hat hier jeden Abend den perfekten Sonnenuntergang auf der Terrasse und immer was zum Beobachten.

Surfstationen

Nördlich der Hotels beginnt der Surfspass am Palm Beach. Hier ist die Wasserkante auf ca. 2 km Länge nicht bebaut, so dass der ablandige Wind ohne nenneswerte Abdeckung über die Bucht weht. Gefahr besteht trotz ablandigem Wind nicht, der Stehbereich ist riesig und alle Stationen haben Boote zum Einfangen der Flüchtigen.

Am letzten Hotel, dem Marriot, liegt die grösste Station, von Vela betrieben, mit sehr ordentlichem Material von JP bis Neil Pryde. Hier herrscht der Nobel-Tourismus und Windabdeckung auf den ersten 200 Metern. Ein paar hundert Meter weiter Richtung Norden wird es ruhig am Strand. Hier stehen die Container von Jean-Pierres Surfstation Aruba Boardsailing, der auch die Sunset-Blvd.-Studios betreibt. Eine gute Auswahl von F2 Boards und Gaastra und North Segeln liegen hier direkt am Wasser. Der beste Einstieg weit und breit – die Locals haben ihr Material auch hier liegen. Wer bei JP wohnt bekommt einen Nachlass auf die Boardmiete. Noch ein paar hundert Meter weiter liegt die Station von Aruba Sailboard Vacations, die Apartments und Surfen verbinden, hier werden immer die Segel über die Strasse getragen. Surfers Crossing. Das Surfen von hier aus beginnt hinter einer Windabdeckung.

Kiten

Am Fishermens Hut wird von 10.00 bis 17.00 nur gesurft. Davor und danach sind zusätzlich die Kiter dran. Eine brilliante Regelung, die allen das stressfreie Miteinander ermöglicht. Das funktioniert natürlich nur, weil es Tag und Nacht bläst und bläst und bläst… Die Kiter, die sich in die Wellen wagen, fahren zum Boca Grandi.

Autos

Ohne Auto funktioniert das Leben natürlich auch, aber vieles wird schwerer. Der Supermarkt ist weit weg, der Bus fährt regelmässig aber oft nur bis zu den Hotels, usw. Alle nenneswerten Autovermieter sind natürlich vertreten – die lokalen machen auch gute Preise. Zum Bespiel Amigo ab 30,00 US$ pro Tag.

Tipps

Das Leben ist EASY aber teuer. Gute Restaurants reissen Löcher im Kraterausmass in die Reisekasse. Trotz allem: Flying Fishbone, Tabasco, Madame Janet sind einen Besuch wert. Es gibt ja auch noch McDonald, TacoBell, PizzaHut und Supermärkte.

Vorsicht vor der Sonne! Creme >30 ist unbedingt empfehlenswert, es gibt auf Aruba eine Sonnencremefabrik mit hervorragenden Produkten. Die Sache mit den Surfschuhen ist kein Witz. Nichts ist schlimmer, als nach zwei Tagen mit einem tiefen Schnitt im Fuss am Strand zu sitzen.

Ach ja – Balashi, das lokale Bier, macht jeden Tag perfekt. Gibt es in jedem Supermarkt in den praktischen 24er Kartons. Damit sitzt man dann am Strand und sucht beim Sonnenuntergang nach dem grünen Blitz…

Autor

Bernd Funke

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