Geraldton (4 Spots)

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Flachwasser, Kabbelwasser, Welle

Windrichtung: beste je nach Spot, fahrbar alle

Reisebericht

Wir brechen am spaeten vormittag nach dem Fruehstueck in Lancelin auf und machen uns auf den Weg nach Geraldton. Die Strecke betraegt etwa 350 Kilometer und wir brauchen dafuer vier Stunden. Die Strassen sind hier im Westen erstaunlich gut ausgebaut, ich hatte mich moralisch schon auf eine Ruettelpiste vorbereitet.

Geraldton ist mit fast 25.000 Einwohnern das Zentrum des Mittleren Westens. Die Stadt an der Batavia Coast dient als Erholungsort für die Weizenfarmer des trockenen Hinterlandes und ist einer der beliebtesten Orte West Australien´s zum überwintern. Die Blütezeit erlebte Geraldton um 1890 als Haupthafen für den Goldrausch in Murchison.

Geraldton vorgelagert sind die Abrolhos, Korallenbänke und Inseln, an denen bis in die jüngste Zeit immer wieder Schiffe sanken. Das Berühmteste war die Batavia, ein Handels- und Passagierschiff mit etwa 300 Menschen an Bord. Im Jahre 1829 lief dieses Schiff auf Grund und die ersten unfreiwilligen Siedler liessen sich bei Geraldton nieder. Daher wird dieser Kuestenabschnitt heute Batavia Coast genannt.

Für westaustralische Verhältnisse ist Geraldton geradezu eine Metropole. Wir checken zunaechst in der YHA im Stadtzentrum ein, danach fahren wir zum naechsten Surfshop, um Material fuer Oliver und mich auszuleihen. An den Sport´s in Geraldton selbst gibt es leider keine Surfstationen. Wir versuchen unser Glueck zunaechst bei Sail West am Point Moore.

Fuer ein Board und zwei Segel sollen wir 90 Dollar pro Tag bezahlen – nicht gerade billig. Nachdem wir uns im zweiten Surfshop umgesehen haben, die aber nur sehr wenig Auswahl haben, gehen wir schliesslich auf den Deal ein und packen ein Naish Board und zwei Ezzy Segel in den Ford Falcon. Da ich mir das Material mit Oliver teilen werde, kommen wir letztendlich auf 45 Dollar pro Person und Tag.

In Geraldton gibt es (neben den sicher vorhandenen „Geheimspots“) vier gut zugaengliche Surfspots, die alle innerhalb einer halben Stunde abgeklappert werden koennen:

1. Point Moore am Lighthouse (am suedlichen Ende der Stadt am Surfshop Sail West), grosse Bucht mit Sideshorewind. Da es eine Landspitze ist, weht hier der Wind (suedwest) normalerweise am staerksten. Flachwasser am Strand, Reefbreak (Hells Gate) ca. 300 Meter draussen. Man sollte hier nicht in Lee geraten, da die Stroemung ziemlich stark ist. Es gibt eine schoene Wiese zum Aufriggen und Suesswasserduschen. Ein Plus ist der Surfshop – wenn man Material ausleiht, kann man hier schnell das Segel tauschen, wenn der Wind zu stark wird.

2. St. Georges Beach, Strand am noerdlichen Ende der Innenstadt, Flachwasser mit Slalom oder Bump & Jump-Bedingungen. Es gibt einen grossen Parkplatz, Duschen und Barbeque-Möglichkeiten. Da es kaum Wellen hat, sind wir an diesem Spot nicht gesurft.

3. Sunset Beach, etwa 6 km noerdlich der Innenstadt am Campingplatz. Beachbreak mit Sideshorewind, Aufriggwiese und Duschen. Wir uebernachten zwar auf dem Campingplatz und koennten somit hier „vom Bett auf´s Brett“ springen, aber der Spot gefaellt uns wegen des Shorebreaks und den Industrieanlagen im Hintergrund nicht besonders.

4. Coronation Beach, etwa 17 km (Schotterpiste) nördlich von Geraldton – der Topspot. Im vorderen Bereich Flachwasser, ca. 300 Meter weiter draussen brechen die Wellen ueber ein Sandriff. Absolut sicher (da Sand), perfekte Wellen zum Springen, nicht schlecht zum Abreiten. Leider gibt es keine Wiese zum Aufriggen oder sonstige Annehmlichkeiten. Grosser Parkplatz, auf dem man gegen geringe Gebuehr (Ranger) wohl auch Campen darf. Man muss allerdings sein Wasser selbst mitbringen, es gibt nur eine Busch-Dunny.

Da es die naechsten vier Tage guten Wind gibt, lohnt sich die Anmietung des Surfmaterials. Wir surfen dreimal am Coronation Beach und einmal am Point Moore. Die Bedingungen sind nahezu perfekt, sideshore Wind fuers 4.5 bis 5.5 qm Segel, kopfhohe regelmaessige Wellen und nicht allzu viele Surfer auf dem Wasser. So langsam geht auch hier die Saison zuende – die australischen Sommerferien sind bereits vor einer Woche zuende gegangen. Im Dezember und Januar muss man sich die Wellen wohl mit bis zu hundert anderen Surfern teilen.

Da Greg und Frank ein Zelt dabei haben, quartieren wir uns – nach der ersten Nacht im Backpacker – fuer drei Naechte auf dem Campingplatz am Sunset Beach ein. Oliver und ich mieten uns einen Camper, der auch eine kleine Kueche besitzt, die fuer unsere Zwecke voellig ausreichend ist. Natuerlich gibt es auf dem Campingplatz mehrere BBQ-Stellen, so dass wir meist eh grillen. Auch sonst ist die Anlage sehr zu empfehlen.

Wir hatten gelesen, dass es in Geraldton die besten Hummer der gesamten Westküste geben soll, also suchen wir am letzten Abend nach einem Seafood Restaurant. Aber leider bekommen wir die negativen Seiten der Nebensaison zu spueren – viele Lokale sind bereits geschlossen. Das einzige offene Seafood Restaurant verlangt Wucherpreise. Mangels Alternativen gehen wir zum Chinesen.

Autor

Frank Falkenstein

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