Salento

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste je nach Spot, fahrbar alle

Spotbedingungen

Der Wind kommt (zumindest im Juli-August) 2-3 Tage aus NNW (3-7/8 Bft), und dann wieder ein paar Tage schwächer aus Süd (2-5 Bft), 2-3 Tage Gleitwind pro Woche sind eigentlich immer drin. Achtung, der Wind dreht von Süd uber West nach N, das kann an einem Tag passieren und der an der Adria ablandige Westwind kann dabei heftig sein!

Der Südwind ist unregelmässiger, im Herbst-Frühjahr häufiger und stärker und bringt teilweise hohe Wellen mit. Die Temperaturen gehen im Hochsommer öfters mal über 40°C, und auch nachts nicht unter 30°C, ohne Wind ist man dann ziemlich aufgeschmissen. Im Herbst gibt’s bis Ende Dezember Tage mit bis zu 15°C bei Scirocco, ab März ist’s auch wieder recht warm, bei Nordwind ist allerdings kalt, ca. 10-12 Grad (man wird schnell weich, wenn man hier wohnt, wenn ich da an die Februar-Sessions am Boden- oder Ammersee denke….).

Spots:

Bei nördlichen Winden ist die Adria, also die Küste im Osten am besten. Mein Lieblingsspot ist dann ein recht unbekannter Strand zwischen San Cataldo und San Foca (in Sichtweite von Torre Specchia). Sehr gute Parkmöglichkeit in kleinem Pinienwald, aufriggen auf einer “Wiese” und dann sind’s nur ein paar Meter über die Düne an den Strand. Der Spot wird hauptsächlich von einheimischen Kitesurfern genutzt. Funktioniert auch gut bei Südostwind! Bar mit Kiteschule und Dusche/WC (gegen Gebühr). Einige Italiener (Deutsche gibts hier eh nicht) stehen mit ihrem Womo hier den ganzen August, stört keinen, solang man keinen Müll und Sch… in die Gegend wirft. Nur Zelte darf man nicht aufbaün, ab und zu kontrolliert die Polizei. Super entspannte und freundliche Atmosphäre!! aber teilweise sehr voll mit Kitern.

Bei Nordwind Sideshore von links, Shorebreak und Strömung nicht zu heftig, nur Sand, keine Steine. Leider bricht die Welle recht ungeordnet, weiter draussen schöne Dünungswellen zum Abreiten. Im August am Wochenende teilweise recht viele Kiter (und Picknicker im Pinienwald), aber Platz ist am Strand genug, wer ein paar Meter zu Fuss geht findet immer Platz.

Die ganze Küste runter gibt es viele gute Spots, der bekannteste und beliebteste ist Frassanito. In der Hochsaison (Juli-August) fahr ich nicht mehr hin! Der Spot ist nach dem Campingplatz benannt, und der ist der Nachteil an dem Spot. Wenn man nicht dort campiert, muss man oberhalb vom Campingplatz parken (3€/Tag) und ans Wasser sind’s durch die Dünen ca. 600m. Man kann zwar auch mit dem Auto runterfahren und sein Material abladen und dann erst parken, aber wehe man vergisst was oder will umriggen! Ausserdem muss man auf dem schmalen sandigen Fussweg fahren, und nervt natürlich die Fussgänger. Auto in den Dünen stehen lassen ist nicht zu empfehlen, wird anscheinend oft von der Polizei kontrolliert. Ausserhalb der Saison gibts dieses Problem nicht, da sind die Surfer unter sich. Dieser Spot ist bei Nordwind der beste Wavespot der Gegend , die Welle bricht relativ geordnet in die Bucht herein. Jedenfalls ists bei guten Bedingungen im Sommer auch schnell mal voll, der Strand war leider im Winter nicht sandig sondern steinig, im Frühjahr war der Sand wieder da. Gerüchtemässig bleibt der Campingplatz 2005 geschlossen, der Besitzer hats wohl mit nicht genehmigten Bauten übertrieben (oder nicht ausreichend gezahlt..). Frassanito funktioniert auch bei Scirocco und ist dann nicht so voll, weil dann alle nach Porto Cesareo fahren.

Torre dell’ Orso ist nur wenige Kilometer entfernt und hat ähnlich gute Bedingungen, allerdings kann der Wind durch die Felsen am Rande der Bucht etwas böig sein. Eine sehr schöne Bucht, die auch gerne von Wellenreitern genutzt wird. Diese Bucht hat den Vorteil, dass man auch ein windgeschütztes Plätzchen für nicht surfenden Anhang findet. Hier wirds im Sommer sicher auch zu voll! In der Nebensaison ist’s einsam, allerdings steht dann das Auto auch etwas unsicher hinter den Dünen, man sieht nicht, wenn sich jemand dran zu schaffen macht.

Weiter südlich, 10km von Otranto findet man einen sehr guten Strandzugang am Lido Universo (laghi Alimini). Der Strand ist breit und lang, dazu feinsandig, auch gut für Kiter. Der SO-Wind kommt sideshore von rechts, der Tramontana sideshore von links, die Wellen sind nicht sehr geordnet. Da man sich an der engsten Stelle der Adria befindet ist der Wind oft stärker als weiter im Norden.

Bei südlichen (Scirocco) und westlichen Winden bietet die ionische Küste im Westen die besten Bedingungen (bis auf die wenigen Tage an denen der SSO nur in der Adria bläst): Torre Lapillo (Porto Cesareo) hat teilweise heftige Wavebedingungen ausserhalb der fast stehtiefen Bucht, nach längerem/starkem Südwind locker masthoch und nicht immer berechenbar, ausgerechnet in der Brandungszone ist der Wind teilweise schwächer… was mich auch schon einen Mast gekostet hat. Der Strand ist ein Traum… 😉 Wenn’s draussen zu heftig ist oder zum Einsurfen kann man in der Bucht bleiben, die durch ein Riff von den Wellen abgeschirmt ist. Allerdings gibts in der Bucht auch ein kleines Felsriff, das nicht überall finnentief ist. Bei schwächerem Wind gibts mehr Kiter als Windsurfer, die haben auch im Spätsommer öfters ihren Spass dort (kiten ist anscheinend von Juni bis September verboten, wer erwischt wird zahlt kräftig!!), starker Scirocco ist eher im Winter angesagt. Dieser Strand ist der beliebteste weit und breit… die Surfer und Kiter kommen bis von Bari regelmässig hierher wenn Scirocco angesagt ist. Auch in der “Nebensaison” hab ich schon über 30 Kites gleichzeitig in der Luft gezählt, es kann also schon auch mal zu voll werden. Im Hochsommer kann man wegen der vielen Schwimmer teilweise nicht mehr surfen, aber dann ist brauchbarer Scirocco eh selten. Im Spätsommer (September) kann man schöne Freeride-Sessions bei 4-5Bft aus WSW erwischen.

Gallipoli (Lido Verde) hat nette Freeride-Bedingungen bei südlichen und westlichen Winden, der Vorteil gegenüber Porto Cesareo ist, dass es weniger Surfer und Kiter gibt, ausserdem eine recht zuverlässige Wetterstation mit aktüllen Windmessungen und Webcam (nach meiner Meinung ist die Position der Wetterstation und Webcam in Porto Cesareo nicht ganz so glücklich..), und der Wind ist einen Tick stärker (besonders wenn das Windfeld eher im Süden vorbeiläuft..). Es gibt aber keine Lagune, kein Karibikfeeling keinen Pudersand (sondern etwas gröberen) und bei starkem Scirocco wird der Shorebreak hefiger. Für mich eine Alternative an schwächeren Tagen, wenn PC voll mit Kitern ist, sonst eigentlich nur Galliopoli-Locals nach Feierabend.

Allgemein kann ich sagen, dass ich positiv überrascht bin, wie gute Surfbedingungen hier herrschen, bei Nordwind erinnert mich z.B. Lido Buonaventura an die Bedingungen in Naxos ausserhalb der Lagune (aber ohne Steine) und Porto Cesareo wird bei starkem Scirocco mit Hawaii verglichen, naja, das ist wohl übertrieben, so besonders geordnet kommen die Wellen nicht rein…. ausserdem ist bei starkem Scirocco meist bewölkt, da kommen die karibischen Wasserfarben nicht ganz so zur Geltung ;-). Genial sind die Sommertage mit 25-30+ kt Nordwind und knapp 30°C, natürlich wolkenlos… 4.5er Segel und Boardshorts passen dann genau richtig. Den meisten Kitern ists dann zu heftig, die Sonnenanbeter sind durch Flugsand vertrieben und man hat ordentlich Platz… (natürlich nicht unbedingt in Frassanito..).

Autor

Erik Braziulis

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1 Kommentar

  1. Leserbrief als Ergänzung :

    Hallo,

    vielen Dank für die guten Spotdetails in Italien. Ich war auf der Reise vom Gardasee über Ancona-Portonovo, Capo Vieste nach Santa Maria da Leuca(Absatz) und dann über Porto Cesareo, Sabaudia, Cetara an den Lago Bolsena, um dann wieder am Gardasee anzukommen..
    Portonovo und Porto Cesareo kannte ich bis dahin nicht. Deshalb war ich auch gespannt und hab zuerst am Zeltplatz Portonovo einen Platz gefunden. War dann für mich als Windsurfer nicht ganz ideal, aber hat den Platz vom Surfclub dann vor der Kapelle gefunden.
    In Porto Cesareo erging es mir wieder so. Ich suchte beim Torre Lapillo den Surfbereich. Furh weiter und musste viele Menschen befragen, die leider nicht oft wussten, was ich will. Zur Richtigstellung des Spots wäre hilfreich, den Torre Chianca anzugeben, oder ins Navi die Straße -Via Indennitate 12, Elios Lido(Bar vor dem Turm und Bucht- eingeben. Wichtig ist auch die Anmerkung des Felsenriffs innerhalb der Bucht.
    Ich hab das wohl beim ersten Mal überlesen und meine Finne hat sich nicht darüber gefreut und ich konnte nicht weitersurfen, da ich keine Ersatzfinne hatte. Die Locals sagten mir dann, das es weit und breit kein Surfladen gibt. Sollte nach Bari hochfahren(war mir dann zu weit und ich brach meinen Urlaub dann ab).
    Laut Windvorhersage war auch nicht mehr Wind in dieser Woche. Hab meine Finne dann am Gardasee gekauft.

    Eure Tips für meinen Kurztrip an die Ligurische Küste hat meinen Aufenthalt sehr bereichert. Anfang Dezember mit 15 Grad Wasser und Lufttemperatur mit 5-8 Windstärken war wirklich vom Feinsten. Mit der Zimmersuche hab ich noch meine Probleme. Hat jemand von euch einen Tip für Andora oder Albenga?
    Die Parkplatzprobleme in Imperia kann ich nur bestätigen. Und das sogar in der absoluten Nachsaison(war jedoch gigantischer Wind mit 3 m Wellen und Sonnenschein).
    Wer hat Erfahrung mit einem Spot bei dem recht häufigen Nordwind, da die meisten Spots ablandig sind.

    Vielen Dank und seid alle reich gesegnet nicht nur mit viel Wind.

    Ulrich

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