Ammersee

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer, Einsteiger

Revier: Flachwasser, Kabbelwasser, Stehbereich

Windrichtung: beste W, SW, fahrbar keine Angabe

Spotbedingungen

Vom Ammersee hört und liest man viel, die Welle soll klasse sein, oft Wind und die Alpen sieht man sowieso jeden Tag… ist natürlich nicht so! Die „Welle“ (wenn man an einem Binnensee davon sprechen kann) ist am Bodensee 10x besser, Wind ist auch nicht öfters als an andern süddeutschen Seen, und die Bergkulisse ist nur selten richtig gut (kein Vergleich zum Walchensee!). ABER: der Ammersee ist nicht weit von München, und wenn der West/Südwestwind richtig pfeift, kann’s genial sein am Ammersee!

Die besten Surfbedingungen bei W-SW findet man in der Herrschinger Bucht: an den Rändern der Bucht wird der Westwind nochmals beschleunigt, und das kann bei schwächelndem Wind über Gleit oder Leid entscheiden!! Ich bevorzuge den Spot an der Strasse von Herrsching nach Breitbrunn, obwohl es dort bei guten Bedingungen oft chaotisch zugeht. Rechts und links der Strasse parken dann gerne mal 40 Autos, Surfer rennen kreuz und quer über die Strasse, und im kleinen Wald wird wild auf- und umgeriggt (und das Material schön mit Laub eingesaut)… aber macht es nicht auch Spass sich mit Gleichgesinnten idiotisch zu verhalten?? (Am Walchensee spielen sich noch extremere Szenen ab…wer in Herrsching nicht genug bekommen hat, sollte mal im Sommer bei schönem Wetter mittags dorthin fahren 😉

Direkt am Ufer ist Surfen hier nicht gerade ein Hochgenuss… das Wasser ist sehr flach und bis zum Kreuz muss man gut Höhe laufen, dafür kann man auf dem Rückweg meistens schön fast bis zum Strand donnern (und die „Welle“ abreiten). Vor dem Kreuz muss man nochmals gut aufpassen, damit man keinen Stein übersieht, aber dann beginnt der Spass erst richtig. Der Wind beschleunigt am Kreuz deutlich und dann zeigt sich, ob man den Wind in der Abdeckung nicht etwas unterschätzt hat. Meistens sind ab der Mitte der Bucht kaum mehr Surfer unterwegs, bei gutem Wind lohnt es sich, bis auf die andere Seite der Bucht zu fahren, dort wird nochmals der Wind verstärkt und man ist fast allein!! Aber wehe der Wind stellt ab… mit einem kleinen Brettchen über die Bucht dümpeln kann ziemlich lange dauern! Im Winter ist dieser Spot etwas unangenehm, weil man in der Bucht bei Materialbruch (oder plötzlicher Flaute) ziemlich lang im Wasser sitzt, bis man wieder an Land kommt. Oder man fährt nur bis zum Kreuz und nicht bis in die Bucht…

Eine gute Alternative (besonders wenn’s kalt ist) ist Stegen am Nordende des Sees. Dort ist’s lange stehtief (besonders bei Wassertemperaturen um 5 Grad und Luft unter 10 sehr beruhigend!) und ungefährlich, der Untergrund ist weich und schont die Finne bei Grundberührung (am östlichen Rand der Bucht gibts auch einige finnenkillende Steine!!). Allerdings ist der Wind meist recht böig (Tage mit 2-7-2 Bft sind nicht selten) und schwächer als in Herrsching. Ich habe aber auch sehr gute Tage mit relativ konstantem 6er-Wind erlebt. Mein Tip ist: wenn’s kalt ist, erst in Stegen vorbeischauen, und wenn’s dort zu böig ist nach Herrsching weiterfahren!

Autor

Erik Braziulis

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