Natal und Mozambique (8 Spots)

Kurzinfo

Geeignet für: Windsurfer, Kitesurfer

Revier: Flachwasser, Welle

Windrichtung: beste je nach Spot

Intro

Wir waren letzten Oktober 2004 für 2 Wochen entlang der Küste von Natal + 1 Woche im Hochland unterwegs. Grundproblem ist, dass entlang der Küste die relativ gefährlichen Sambesi- & Tiger-Sharks unterwegs sein können. Mit Hainetzen sind nur wenige Strände gesichert. Man muss zwar zugeben, dass tatsächlich nur sehr sehr wenige Unfälle passieren, aber ein mulmiges Gefühl ist es doch.

In der Dämmerung soll man nicht in´s Wasser gehen, insbesondere nicht, wenn man irgendwie blutet. Trübes Wasser ebenso meiden, dass heisst Flussmündungen scheiden zum Kiten definitiv aus. Der Sambesi-Shark schwimmt dort gerne, verträgt auch Süsswasser, daher kommt der Name. In Flüssen und Seen in nord-östlichen Natal muss man mit dem grossen Nil-Krokodil und den weitaus gefährlicheren Flusspferden rechnen.

Nördlich von Durban bis St. Lucia haben wir keine wirklich guten Kitespots gefunden; Port St. Richards haben wir dabei nicht probiert. In Durban kann man ganz gut kiten. Je nach Wind entlang der südlichen und central beaches. Die Strände an den Durban beaches sind mit Hainnetzen bis 400m vor der Küste gesichert.

Wenn der Wind auflandig oder ablandig nach Durban weht kann man auf den Bluff ausweichen; das ist eine Landzunge entlang der ein weltbekanntes Surfrevier liegt mit richtig fettem Swell. Teilweise mit Hainetzen, teilweise ohne – aber seit zig Jahren unfallfrei. Unterkunft würde ich da für Durban generell auch empfehlen, es gibt eine Reihe von Backpackers oder private B&B´s.

Abgesehen von Durban lohnt sich auf jeden Fall die Südküste bis Margate und Scottsburgh, da gibt es auch eine Kiterszene. In Durban selbst hab ich in knapp einer Woche nur 4 Kiter getroffen; war aber keine Saison.

Stehreviere oder grosse Lagunen wie in Djerba etc hab ich aber nicht gesehen. Ein Anfängerrevier ist Natal daher meiner Meinung nach nicht, eben weil halt auch Flussmündungen ausscheiden.

Schmankerl am Rande: eine Fahrt mit dem Shark-Board zum Whale- und Dolphin-watching; kostet um die 20-50 EUR pP und geht um 6:00 Uhr früh in Wilsons Marine/Dwarf ab. Ist echt super, weil man das so billig sonst nirgends kriegt. Ausserdem erfährt man sehr viel Wissenswertes über die Haiforschung, die Netze und so weiter und so fort. Info´s über das Shark Board in Umhlanga (sprich Umschlanga) Rocks; steht in jedem Reiseführer.

Was man generell für SA empfehlen kann und was meiner Meinung nach sehr unterschätzt wird, sind die Süsswasserseen im Hochland in der groben Ecke um Johannesburg (Highveld). Malaria, Bilharziose, Krokodile etc. gibt es da oben (aber nur dort!!) nicht. Man kann also unbesorgt in das Süsswasser gehen. Das sind zum Teil riesige Seen mit sehr guter Infrastruktur und super zum Kiten geeignet. Die SA-ler nutzen das selber zum Wassersport, Windsurfen, Segeln, Jetski usw. Im Zweifel aber fragen.

Über Windstatistik kann ich nicht viel sagen; in unserer Reisezeit war der Wind jedenfalls nicht wirklich stark; bin meist mit einem 15.5 Titan von FS unterwegs gewesen. Wir waren aber nicht ausschliesslich zum Kiten unterwegs, sondern haben sehr viel andere Sachen gemacht.

Reisevorbereitungen

Flüge gibt es jede Menge in diesen Teil der Erde, leider oft nicht gerade die billigsten. Ausserdem gestaltet sich die Mitnahme von Kitegepäck durchaus beschwerlich.

Alles in Allem haben wir diesmal trotzdem wieder eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Der Flug mit Lufthansa von FRA direkt nach Johannesburg und retour kostet pro Person 623 Euronen inkl. Steuer und Versicherung. Wir fliegen dabei bewusst nicht direkt nach Kapstadt oder Durban, weil zum einen der Flug trotz Inlandanschlussflug seltsamerweise doppelt so teuer gekommen wäre und wir zum anderen unbedingt wieder in den Krüger-Nationalpark wollen – ein Muss beim ersten oder zweiten Afrika-Besuch.

Da für zwei Boards als Zusatzgepäck Kosten in Höhe von 400,00 Eur anfallen würden, nehme ich meinen Kitestuff innerhalb der Freigepäckmenge von 20 kg mit. Mein Kitebag mit zwei Boards (124 und 143) und zwei Kites ( 15.5 Titan und 10.0 Speed) wiegt genau 19,6 kg. Meine Shirts, Unterhosen und sonstigen Kram pack ich in mein Kabinengepäck; viel wirds wohl nicht werden. Ausserdem stellt mir meine bessere Hälfte einen Teil Ihres Koffers zur Verfügung. Bei einer Frau ist das ein riesen Entgegenkommen. Ich werde allerdings erst in ein paar Tagen wissen, ob dieses Entgegenkommen nur für meine Zahnbürste und meinen Rasierapparat reicht oder ein paar Sachen mehr. Kleiner Reminder: Sollte mich wohl die letzten Tage noch gut benehmen.

Wichtig ist, das Gepäck bei der Lufthansa vorab in den zentralen alleswissenden Buchungscomputer aufnehmen zu lassen. Nach fünf Anrufen über drei Tage hinweg ist das endlich geschafft. Angeblich „weiss“ das System jetzt in Englisch und Deutsch, dass mein Kitegepäck innerhalb der Freigepäckmenge ohne Zusatzkosten mitfliegt. Ich bin ja schon sehr gespannt; vor allem auf den Rückflug.

Dieses Mal wollen wir uns auf Rat von Götz unbedingt Mozambique ansehen, zumal wir gegen Ende der ersten Woche den Krügerpark (Unterkunft unbedingt telefonisch vorbuchen) an seiner Süd-Ost-Spitze verlassen werden und dann eh erstmal wieder nach St. Lucia fahren, um die dortigen Kitegebiete ausgiebig zu testen.

Für dieses Gebiet, auch St.Lucia, ist allerdings ein Fahrzeug mit Vierradantrieb zu empfehlen. Ausserdem hilft es in den Tierparks ein Auto mit „übersicht“ zu fahren. Letztes Jahr sassen wir in einem japanischen Kleinwagen und konnten kaum über die Spitzen der Grashalme am Wegesrand hinaussehen, was etwas hinderlich ist, wenn man mehr als Nasshornschei… rollende Mistkäfer am Rand der Strasse beobachten will.

Gebucht haben wir den letztjährigen Wagen über die Webseite von Ltur, dieses Mal über die Seiten von ADAC. Sicherlich gibt es billigere Mietwagenanbieter in Südafrika, aber aus meiner Sicht sprechen für unseren Weg zwei Gründe. Einmal sind in Südafrika erhebliche Selbstbeteiligungen bei Beschädigung oder Verlust des Fahrzeuges nicht unüblich und zum zweiten will ich mich im Ernstfall mit einem deutschen Anbieter in Deutschland auseinandersetzen können und nicht mit einer südafrikanischen Mietwagenfirma.

Mitnehmen sollte man:

  • einen internationalen Führerschein
  • (2 Passbilder für 30-Tage Visa nach Mozambique – Antrag am Grenzposten)
  • Kreditkarten, EC-Karten nutzlos
  • Reiseapotheke inkl. Malaria Prophylaxe (Malarone) für den Krüger-Park, Mozambique und die Gegend um St. Lucia (ganzjährig)
  • gutes Fernglas

Mitnehmen oder besser vor Ort besorgen sollte man

  • Grillausrüstung!!!! – s e h r wichtig
  • und Taschenlampen, Kühlbox, Dosenöffner, etc.

Gute Reiseinfos findet man ua auf den Seiten Südafrika Online. Eine gute Reisevorbereitung ist Pflicht. Ich kann hier nicht alles abhaken, was relevant ist, z.B. das Thema Sicherheit.

Vorbuchungen per Internet oder Telefon sind unbedingt notwendig für die Camps im Krügerpark (sehr zu empfehlen, aber Zahlungstermine beachten, sonst Storno!) und besonders begehrte Wochenendziele der Einheimischen; ansonsten findet sich immer irgendwas Passendes . In die Reiseunterlagen gehört dabei auf jeden Fall der südafrikanische Backpacker-Führer „Coast to Coast“, der auch in den Backpackers und an Flughäfen kostenlos ausliegt.

Für die erste Nacht haben wir uns in der Nähe von Johannesburg am Bronkhorstspruit Dam eingebucht – Kaia Manzi Lodge ; falls Wind weht gehts da schon aufs Wasser.

Über den Krügerpark gehts dann weiter Richtung Mozambique und in die Ecke Ponta do Ouro, Kosi Bay, Sodwana Bay. Evt. wollen wir vorher noch nach Bilene und Inhambane, dort soll es riesen Lagunen und super Strände mit allerlei grossen Tieren geben (Delphine).

Die Reise

Um 22:45 Uhr sitzen wir planmässig in unserer Maschine in Frankfurt und rollen zur Startbahn. Das Einchecken hat problemlos geklappt. Auf den Buchungscomputer der Lufthansa war wider Erwarten Verlass. Mein Kitegepäck lag mit 19,8 kg gerade noch innerhalb der Freigepäckmenge. Die Dame vom Check-In hat zwar einen kritischen Blick auf mein 11 kg schweres „Handgepäck“ geworfen, mich aber dann nach einem Hinweis auf meinen Fotoapparat und ein schweres Buch ziehen lassen.

Knapp 10 Stunden und 8700 km später setzt die Maschine um 9:55 Uhr lokale Zeit in Johannesburg auf. Der Zeitunterschied zu Deutschland beträgt im Sommer gerade mal eine Stunde, bedingt durch die europäische Sommerzeit. Jet-Lag gibt es in diesem Sinne also nicht.

Allerdings zieht sich die Einreise ein bisschen hin und so dauert es bis wir den Schalter unserer Mietwagenfirma erreichen. Den Wagen haben wir über eine deutsche Firma gebucht, die sich wiederum bei einer südafrikanischen Firma eingedeckt hatte. Der erste und einzige Schock dieses Urlaubs ist die Mitteilung eines freundlichen Angestellten von National Cars, dass auf unseren Namen keine Buchung vorliegt. Wie sich herausstellt, ist der Wagen, den wir in Deutschland bestellt hatten, bereits vor einem Monat aus dem Programm der südafrikanischen Firma genommen worden. Uns wird zunächst als Ersatz ein Sedan angeboten; damit ist in Südafrika ein normaler Personenwagen gemeint, also kein Jeep mit Vierradantrieb, wie von uns bestellt.

Grundsätzlich ist das für Südafrika auch absolut ausreichend. Das Strassennetz ist sehr gut ausgebaut, selbst die Tierparks und vereinzelte Schotterstrassen kann man mit einem normalen PKW problemlos befahren. Aber wir wollen dieses Jahr nach Mozambique und da kommt man ohne Geländewagen nicht weit. Wir telefonieren also im 15-Minuten Takt mit Deutschland und verweisen auf unseren Voucher für einen Jeep, den es nicht gibt. Nach 1 1/2 Stunden haben wir die Sachbearbeiter so weich geklopft, dass Sie uns Kostenersatz für eine Ersatzanmietung eines Jeeps bei Europcar genehmigen. Leider haben die nur einen Nissan Hardbody Double Cab 4/4 zur Verfügung. Und wir nehmen den Wagen schweren Herzens . In Anbetracht des Linksverkehrs und der Abmessungen im Parkhaus ist der Wagen erstmal furchteinflössend gross, aber wir haben die Wahl dieses Brummers mit 2,4 Liter Hubraum zu keinem Zeitpunkt bereut.

Von Flughafen fahren wir dann Richtung Bronkhorstspruit, einem kleinen Ort in der Nähe von Johannesburg an der Nationalstrasse Richtung Krüger-Park. Im Supermarkt und im Liquor Store besorgen wir uns unsere Grundausrüstung an Grillsachen und Spirituosen samt Kühlbox. Dann geht es weiter an den Bronkhorstspruit Dam, ein Wochenende-Segelrevier knapp 60 km entfernt von Johannesburg.

Vorgebucht haben wir eine übernachtung in der Kaia Manzi Lodge. Etwas teuer mit 400 ZAR für ein Zimmer mit Frühstück, aber der Ausblick ist grandios und der Zugang zum See mit Rasenstrand optimal. Obwohl es dieses Jahr extrem windig gewesen sein soll; beste Zeit August bis Anfang Oktober; entäuscht das Wetter.

16:00 Uhr – sonnig, 24 Grad, kein Wind! Der nächste Morgen ist auch nicht viel besser. Wir stehen zwar schon um 6:00 Uhr früh auf, um noch eine Kite-Session vor der Weiterfahrt einzulegen, aber das Wetter enttäuscht erneut. 7:00 Uhr – bedeckt, 23 Grad, Wind aus Nord, 6-9 Kts.

Grundsätzlich sollte man in Südafrika möglichst früh aufstehen. Wie in allen Ländern in Nähe des Äquators ist die Tageslänge über das Jahr hinweg relativ konstant. Während unserer Reisezeit ging die Sonne ca. um 4:30 Uhr auf und um 18:30 Uhr unter. In Südafrika wird früh aufgestanden, dafür enden alle öffentlichen Aktivitäten mit Einbruch der Dunkelheit. Es empfiehlt sich also die Morgenstunden zu nutzen. Zudem steigt die Sonne sehr schnell auf, so dass bereits ungefähr um 8:30 Uhr ein Sonnenstand und Temperaturen erreicht sind, die in Deutschland dem Stand von ca. 11:00 Uhr entsprechen.

Nun, wir brechen das Warten auf Wind um 9:00 Uhr ab und fahren los Richtung Krügerpark, unserer ersten grossen Etappe. Der Krüger-National-Park ist einer der grössten Tierparks im gesamten Afrika. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Er liegt östlich von Johannesburg an der Grenze zu Mozambique und ist von Johannesburg aus bequem in 4 bis 5 Stunden erreichbar. Im Park gibt es ein sehr gutes ausgebautes Teer- und Schotterstrassennetz, das man selbst befahren kann. Die Tierbeobachtung erfordert allerdings viel Geduld und Zeit. Wir sind diesmal allein 5 Tage im Park unterwegs gewesen, was sich aber wirklich gelohnt hat.

Wie man Tiere wie Löwen und Leoparden findet, ist eine kleine Wissenschaft für sich. Wer meint, die Tiere warten drauf fotografiert zu werden, wird sicher enttäuscht. Aber es gibt auch wieder Tage, an denen einem nach kurzer Zeit 5 Löwen über den Weg laufen. Und wer die Tiere einmal in freier Wildbahn gesehen hat, wird unsere Zoos mit ganz anderen Augen sehen. Die 5 Tage im Park verbinden wir mit 4 übernachtungen in verschiedenen Camps innerhalb des Parks, was ich nur jedem empfehlen kann. Die Atmosphäre ist einfach unbeschreiblich.

Die Kosten für übernachtungen in den Camps halten sich wirklich in Grenzen. Man kann kleine Rundhütten, feste Zelte (240 ZAR pro Zelt) oder auch Campsites mieten. Allerdings muss man das von Deutschland aus sicherheitsshalber vorreservieren und innerhalb von 24 Stunden auch bezahlen (Kreditkarte). Die festen Zelte sind mit Grill, Geschirr, Kühlschrank und festen Betten ausgerüstet. Die sanitären Anlagen sind sehr sauber und komfortabel. Allerdings wird es im Zelt jeden Morgen bei Sonnenaufgang sehr laut. Von wegen stille Natur – das ist absoluter Quatsch. Vögel uns sonstiges Viechzeugs veranstalten einen höllen Lärm.

Unser erster Tag im Park endet mit Sichtungen von Giraffen, Nashörnern, Pavianen, Warzenschweinen, Zebras, Gnus, Impalas und einem Eichhörnchen. Am Abend wird das erste mal gegrillt – nämlich Hühnchen Satee-Spiesse mit Peri-Peri, Ananas-Honig und Knoblauch-Lemon Saucen.

So ziehen sich die Tage hin mit Tierbeobachtung, Grillen und Biertrinken. Die Ausbeute unserer Safari kann sich am Ende sehen lassen. Wir haben vor allem einige Löwen gesehen, und bis auf Leoparden und Geparden auch den Rest der Big 5 / Big 9. Das absolute Highlight war allerdings, eine abendliche Ausfahrt nahe des Camps Crocodile Bridge kurz vor Schliessung des Parks.

Dabei haben wir zwei Wild-Hunde, von denen es im Park nur 400 Stück gibt (Löwen ca. 1.200 glaub ich) beim Jagen beobachten können. Die Tiere haben quasi 20 Meter von uns entfernt, einen Impala Bock gerissen, der dann direkt neben unserem Wagen von dem ganzen Rudel verspeist wurde. Das war ein unglaubliches Erlebnis. Der Bock hat uns natürlich schon leid getan, aber sein Tod sicherte das überleben des Rudels, das sollte man nicht aus dem Blickwinkel verlieren.

Den Krügerpark verlassen wir nach ein paar Tagen in Komatiport und fahren von dort weiter nach Ressano Garcia, Grenzübergang nach Mozambique. Bilder braucht man entgegen der Auskunft der Botschaft in Berlin nicht.

Aber schon bei der übernahme des PKW ist eine Erlaubnis der Mietwagenfirma einzuholen! Sonst hat man keinen Versicherungsschutz bei Beschädigung oder Diebstahl des Wagens und riskiert evt. an der Grenze abgewiesen zu werden!

An der Grenze holt man sich erst einen Passierschein mit dem man in den Bereich der Border Control einfahren kann. Dort kann man sein VISA (ca. 30 USD) beantragen und das Auto einführen ( Formular kostet 10 ZAR). Der Wagen muss dann noch von einem Beamten draussen gecheckt werden (2.Passierschein), dann darf man die Border Control Richtung Inland verlassen.

Ob man eine Third-Party Liability/Kfz-Versicherung braucht, wissen wir nicht genau. Wir haben keine abgeschlossen, obwohl die Makler sich wie die Schmeissfliegen auf jeden Einreisenden stürzen. Grenzbeamte haben auf Nachfrage nur die Achseln gezuckt. Sinnvoll ist es im Rückblick wahrscheinlich schon.

Bei Problemen oder Fragen sollte man unbedingt darauf hinzuweisen, dass man aus Deutschland und nicht aus Südafrika kommt. Dann geht alles gleich nochmal viel freundlicher und hilfsbereiter. Mozambique stand nämlich früher in engem Kontakt mit der DDR.

Mozambique ist eine Erfahrung für sich. Sich mit Reiseliteratur zu versorgen und diese kritisch zu lesen, kann ich nur empfehlen. Nach Maputo oder Bilene kann man wohl mit einem normalen PKW fahren, ansonsten ist dringend ein Geländewagen erforderlich. Das Land ist nach dem letzten Bürgerkrieg bis Mitte der 80-iger Jahre und der grossen Flutkatastrophe von 2000 in einem absolut desolaten Zustand. Der Verkehr in Maputo erfordert Nerven, weil man nie weiss, was über die nächste Kreuzung geschossen kommt. Ampeln stellen insoweit wohl nur unverbindliche Vorschläge dar. Mit der öffentlichen Sicherheit ist es auch nicht sehr gut bestellt. Vorsicht ist ständig, auch am Tag angesagt. Maputo ist jedoch auch ein beliebtes südafrikanisches Urlaubsziel, weil die von Johannesburg aus am schnellsten erreichbaren Strände um Maputo liegen.

Wir schlagen in Maputo am Sonntag um ca. 13:00 Uhr auf und fahren sofort zum Strand Costa do Sol. Am Himmel stehen schon ca. 5 Kites, Wind aus Nord-Ost mit knapp unter 18 kts sideshore. Die Locals sind total nett und ausschliesslich weisse Südafrikaner und Portugiesen, die in Maputo leben und arbeiten. Der Strand ist zwar total verdreckt, auch mit Scherben, aber zum Kiten ist es sehr schön und überhaupt die erste Session des Urlaubs. In Maputo gibt es zwar noch andere Strände, aber bei Flut wird der Strand zum Starten und Landen sehr eng und dahinter liegt gleich die Ufer-Hauptstrasse.

Zur übernachtung fahren wir in das „Maputo Backpacker“ auch an der Costa do Sol. Ein Doppelzimmer ohne Frühstück schlägt mit 350 ZAR zu Buche. Da wir das ziemlich teuer finden und uns Maputo nicht sonderlich gefällt, beschliessen wir am Montag, Richtung Süden nach Ponta do Ouro zu fahren. Einen ziemlich abgelegenen Spot an der Grenze zu Südafrika, der vor allem als Tauchrevier weltberühmt sein soll.

Die Anfahrt ist abenteuerlich und dauert insgesamt knapp über 5 Stunden, davon allein 3 Stunden für die letzten 57 km. In das riesige Schwemmsandgebiet südlich von Bueno/Salamanga bis Ponta dürfen nur Allradfahrzeuge einfahren (Polizeisperren). Landschaftlich lohnt sich ein Besuch in Ponta, aber die Infrastruktur lässt zu wünschen übrig. Ponta ist ein Ort, in dem ein paar Hippies und ein paar sehr geschäftstüchtige Südafrikaner leben, die sich das Abenteuer „Wildnis“ gut bezahlen lassen. Allerdings kann man dort auch mit Delphinen schwimmen gehen.

Die preiswerteste Unterkunft findet man im Motel del Mar, dort gibt es voll eingerichtete Self Catering 4er Appartements für 430 ZAR pro Nacht. Ausserdem ist das Hotel Tag und Nacht bewacht. Sonst zahlt man schon für Unterkunft in einfachen Zelten 180 ZAR p.P. bis 380 ZAR p.P. für B&B.

Der Strand ist absolut traumhaft, aber es weht am Nachmittag ablandig aus südlicher Richtung (meist sehr böig) mit 8 bis 23 Kts. Da ich keinen kleinen Kite mitgenommen habe, drehe ich Däumchen und mache ein paar Bilder vom Strand.

Am nächsten Morgen aufstehen 5:00 Uhr und dann warten auf Wind. Es weht zunächst mit 2-3 Kts aus östlicher Richtung. Deshalb brechen wir um 8:00 Uhr auf Richtung Südafrika. 9 km südlich reisen wir über den Grenzübergang Kosi Bay nach Südafrika. Auf südafrikanischer Seite führt eine gut ausgebaute Teerstrasse bis an die Grenze, die Zivilisation hat uns wieder!

Wer auf seinem Südafrika Trip trotzdem mal nach Ponta will, muss nicht unbedingt einen Jeep mieten. Man kann bis an die Grenze bei Kosi Bay mit einem normalen PKW fahren (auch wenn das in den Landkarten fehlt!), den PKW dort parken und sich dann von Wirten aus Ponta abholen lassen. Das setzt lediglich eine Vorbuchung voraus.

Von Kosi Bay fahren wir weiter zum Sodwana Bay National Park. Der Strand ist ebenfalls super und mit Jeeps befahrbar, was riesig Spass macht. Sodwana ist eines der Top-Reviere nordöstlich von Durban und bietet jede Menge an Unterkunftsmöglichkeiten. Da der Wind weiter schwächelt, mittlerweile mit 10 – 12 km/h aus NO, brechen wir um 13:00 Uhr die Zelte ab und fahren weiter nach St. Lucia, ca 180 km oder 2 Stunden weiter südlich.

Leider ein Fehler, denn bis 15:00 Uhr frischt der Wind auf 23 Kts aus NO sideshore auf. Damit verpasse ich eine Super-Session und drehe wieder mal Däumchen am Strand.

Nachts und am nächsten Tag fegt ein Tiefdruckgebiet aus dem Süden mit Windgeschwindigkeiten von über 30 Kts und Regenschauern vorbei. Deshalb geht es wieder auf Safari in den Hluhluwe-Umfolozi National-Park. Und das schlechte Wetter beschert uns unsere erste richtige Leoparden-Sichtung.

Eine falsche Leopardensichtung (gilt übrigens auch für Löwen) besteht aus einem Rudel Autos, deren Insassen wie gebannt stundenlang mit dem Fernglas auf einen bestimmten Punkt im Gelände starren und jedem der vorbeikommt aufgeregt berichten, es sei ein Leopard gesehen worden .

Am Tag drauf sind für den Vormittag wieder 12 bis 16 Kts aus NO angesagt, die sich im Tagesverlauf wieder steigern sollen. Um 5:34 Uhr fahren wir in den St. Lucia Wetland Park ein, ca. 30 Minuten später sind wir am Spot. Cape Vidal ist mittlerweile über eine neue Teerstrasse bequem erreichbar, es werden aber wie bisher pro Tag nur 120 Fahrzeuge in den Park gelassen.

Bei Ebbe sind ein paar Felsen im Wasser, auf die man achten muss, ansonsten ist der Spot absolut super geil. Ich kite (10er Speed) bis 11:30 Uhr dann ist der Wind wieder so stark, dass ich einpacken muss. Aber ich bin sowieso total gestoked und wir fahren zurück nach St. Lucia mit einer ausgedehnten Tour durch den Park. Am nächsten Tag weht es wieder Vormittags, so dass ich bis ungefähr 11:00 Uhr kiten kann, danach wieder Starkwind.

Cape Vidal ist das Revier schlechthin in St.Lucia. Es gibt zwar auch ein Flussmündung mit Flachwasser, allerdings wird die von Nil-Krokodilen und Nilpferden bewacht. Kiten lässt sich dort also nicht. Der Sandstrand von St. Lucia ist zwar sehr schön, aber das Wasser ist, wie im Vorjahr, anscheinend ständig getrübt. Also beste Jagdgründe für die gefährlichen Haiarten, deshalb sollte man hier IMHO nicht kiten. Ansonsten sind Haie kein Problem.

Da wieder starker Wind angesagt ist, geht es nach ein paar Tagen weiter Richtung Süden nach Durban. Ansprechpartner in Durban für Ausrüstung und Fragen zu Spots ist Rob Crystal vom Kiteshop Ocean2Air. Die Jungs sind super nett und wissen alles über die Spots an der gesamten Küste.

Durban ist bei fast allen Windrichtungen kitebar, am Besten bei den sowieso vorherrschenden Richtungen aus NO bis SO. Allerdings kann sich am Beach ein ziemlich starker sidewash entwickeln. Wenn dann der Wind noch fast direkt onshore kommt, wird das Kiten aufgrund des relativ starken shorebreaks ziemlich schwierig. Es gibt also auch kaum Stehbereich. Etwas leichter ist es, wenn man im Schatten der Pier am Surfclub (Wellenreiter) kitet, weil dort das Wasser durch angespülten Sand etwas flacher ist. Die Strände sind hier bis 400 Meter vor die Küste mit Hainetzen gesichert.

Übernachten kann man in verschiedenen Backpackern, auch mitten in der Stadt. Empfehlen würde ich aber das Agape Backpacker (190 ZAR pro Hütte) auf dem Bluff (da gibt es noch 2 ausgesprochene Surfer-Backpacker), aber am Besten schaut man sich alles einfach mal an. Der Begriff Backpacker ist in dem Zusammenhang etwas erklärungsbedürftig. Im Grunde haben gute Backpacker in SA verschiedene Klassen von Unterkünften, die von einfachen Mehrbettzimmern mit Stockbetten bis Selbstversorger Chalets reichen. In der Regel muss man für ein 2 er Chalets mit Selbstversorgung (Kühlschrank + Kochmöglichkeit) um die 200 ZAR pro Nacht rechnen.

Die nächsten Tage ist der Wind wechselhaft und unser Programm besteht aus Kiten und Sightseeing in Durban. Unternehmen lässt sich dort sehr viel. Nach einem kurzen Abstecher von 3 Tagen nach Scottburgh und Port Shepstone südlich von Durban kehren wir wieder in die Stadt zurück, weil das Wetter für einen reinen Badeurlaub zu schlecht ist. Wind gibt es in dieser Zeit wieder satt. Oftmals leider wieder über 20 Kts aus NO, so dass ich nicht jeden Tag zum Kiten komme.

Die Strände südlich von Durban sind gut kitebar, aber relativ felsig. Die Küstenlinie wird auch wilder und ist mit der Küste weiter nördlich bei St.Lucia und Sodwana Bay nicht mehr zu vergleichen. Gleichwohl ist Scottburgh unter Surfern für seine Wellen bekannt und einer der Top-Wellenreit-Spots in Südafrika. Ein paar Tage übernachten wir im Vulamanzi Backpacker für 250 ZAR für eine Hütte auf Stelzen. Dieser Backpacker ist einer meiner Favoriten für die besten Backpacker in SA. Leider stört die nahe Bahnlinie etwas, aber der Blick auf die Rocky Bay gleicht das alles aus.

Die letzten Tage fahren wir dann Richtung Johannesburg, von Durban ca. 600 km entfernt, um uns noch die Drakensberge anzusehen. Diese Bergkette ist die Grenze zwischen dem Highveld und dem Lowveld und ragt steil bis 3.500 m in den Himmel. Die Natur und die Berge sind beeindruckend und es gibt wirklich tolle Wanderwege. Natürlich kann man dort auch kiten.

Sobald man das Lowveld verlassen hat, kann in allen Süsswasserseen unbedenklich gebadet werden. Es besteht keine Gefahr durch Crocs, Hippos oder Bilharziose. Wir fahren zunächst den Midmar Dam an (für alle Windrichtungen kitebar), der direkt an der N3 liegt und machen einen Tag später einen Abstecher an den Sterkfontein-Dam National-Park in der Nähe von Harrismith.

Im Sterkfontein-Dam-Park, einer Halbinsel an der Ostseite (R74), kann man in schönen Chalets oder auf Campingplätzen übernachten. Die Chalets sollte man aber unbedingt vorbuchen; Tel (058) 6223520. Oder man übernachtet 30 km weiter im „Amphiteater Backpacker“ vor traumhafter Bergkulisse. Der Park hat für jede Windrichtung eine passende Bucht. Man kann aber auch auf der Westseite des Sees „wild“ an das Ufer heranfahren.

Leider schwächelt hier der Wind, als er endlich anfängt aufzufrischen, müssen wir weiter zum Flughafen. Unser Flug geht abends um 20:45 Uhr aus Johannesburg raus, um 5:30 Uhr früh sind wir wieder in Frankfurt.

Auf dem Rückflug gab es übrigens ebenfalls keine Probleme mit dem Kitegepäck oder den vielen Tüten und einem zusätzlichen Rucksack mit all den Mitbringseln.

Alles in Allem empfehle ich die Mitnahme aller Kitegrössen. Für die Welle sollte man nach meiner Meinung wohl nicht zu kleine Boards mitnehmen. Rückblickend meine ich, dass ohne die Woche im Krügerpark an ca. 60 % der Tage Wind mit an oder über 20 Kts geblasen hat. Allerdings scheint dieser Sommer in SA nach der Meinung der Locals einer der windreichsten der letzten Jahre zu werden. Das Wasser war schon mindestens 20 Grad warm und die Lufttemperatur lag zwischen 23 – 25 Grad bei Bewölkung und ca. 30 Grad bei Sonne.

Also beste Bedingungen. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen!

Autor

Czapi

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